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Hilarius von Poitiers († 367) - Zwölf Bücher über die Dreieinigkeit (De Trinitate)
Drittes Buch

13. Wesen der Herrlichkeit, die Vater und Sohn sich geben.

Doch es gilt zu erkennen, welcher Art diese Verherrlichung sei und woher sie stamme. Denn ich glaube, Gott ist nicht veränderlich, und die Ewigkeit trifft nicht Mangel oder Besserung, Fortschritt oder Verlust; vielmehr ist sie allzeit, was sie ist; denn das ist Gott eigentümlich. Was ist, das wird seinem Wesen nach es niemals ermöglichen können, daß es nicht sei: wie soll also dasjenige verherrlicht werden, das des Seinigen nicht entbehrt noch auch von sich etwas aufgibt? Da es (ferner) nichts gibt, was es in sich aufnehme, und es nichts verloren hat, das es zurücknähme?

Wir wissen keinen Rat, wir halten inne. Aber die Schwachheit unserer Einsicht läßt der Evangelist nicht im Stich, der er aufzeigt, welche Verherrlichung der Sohn dem Vater erweisen werde. Sagt er doch: „Wie du ihm Gewalt über alles Fleisch gegeben hast, damit er allem, was du ihm gabest, das ewige Leben gebe; das aber ist das ewige Leben, daß sie dich, den einzigen wahren Gott, erkennen und den du gesandt hast, Jesus Christus.”1

Der Vater wird also durch den Sohn verherrlicht, insofern er von uns erkannt werden soll. Die Herrlichkeit (des Sohnes) bestand aber darin, daß der Sohn selbst Fleisch wurde und dadurch die Gewalt über alles Fleisch empfangen hatte, daß er den Hinfälligen und Körpergebundenen und Sterblichen ewiges Leben verleihen sollte. Die Ewigkeit unseres Lebens war aber nicht nur ein Tun, sondern Ausfluß der Kraft: denn den [S. 152] herrlichen Vorzug der Ewigkeit würde nicht eine neue Bemühung, sondern nur allein die Erkenntnis Gottes bewirken. Also wird Gott die Herrlichkeit nicht hinzugegeben; noch auch war sie entschwunden, um hinzugegeben werden zu müssen. Sondern durch den Sohn wird er verherrlicht bei uns Unkundigen, Abgefallenen, (Sünd-) beschmutzten, hoffnungslos Gestorbenen, Gesetzlos-finsteren; und dadurch wird er verherrlicht, daß von ihm der Sohn Gewalt über alles Fleisch erhalten hat, um ihm das ewige Leben zu geben.

Durch dieses Wirken des Sohnes wird also der Vater verherrlicht. Sofern darum der Sohn alles empfangen hat, ist er vom Vater verherrlicht; und anderseits wird der Vater verherrlicht, da alles durch den Sohn gewirkt wird. Und die empfangene Herrlichkeit wird so zurückgegeben, daß, was als Herrlichkeit im Sohn ist, ganz als Herrlichkeit des Vaters sei; denn vom Vater hat er alles empfangen; wird doch die Ehre des Dienens zur Ehre dessen, der beauftragt; und die Ehre dessen, der zeugt, zur Ehre dessen, der geboren wird.

1: Joh. 17, 2 f.

 

 

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Einleitung zu: Des heiligen Bischofs Hilarius von Poitiers zwölf Bücher über die Dreieinigkeit
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
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