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Hilarius von Poitiers († 367) - Zwölf Bücher über die Dreieinigkeit (De Trinitate)
Drittes Buch

12. Die Herrlichkeit, die dem Sohn gegeben und von ihm wiederum dem Vater erwiesen werden soll, kennzeichnet die Einheit der Kraft in beiden.

[S. 150] Vielleicht aber glaubt man, der Sohn habe der Verherrlichung bedurft, um die er bat; und man wird ihn als schwach erfinden, insofern er auf die Verherrlichung durch den Mächtigeren wartete. Und wer wird nicht gestehen, daß der Vater der Mächtigere sei, (verschieden) als der Ungewordene vom Gekreuzigten, als der Vater vom Sohn, als derjenige, der sandte, von demjenigen, der gesandt wurde, als derjenige, der befahl, von demjenigen, der gehorchte? Und er selbst ist uns Zeuge: „Der Vater ist größer als ich.”1

Das soll zur Einsicht gebracht werden, und zwar so, wie es in Wirklichkeit ist; doch muß man der Gefahr vorbeugen, daß nicht bei Unkundigen des Vaters Ehre den Ruhm des Sohnes herabmindere. Gerade auch die erbetene Verherrlichung duldet nicht eine Herabminderung (des Sohnes). Denn dem Wort: „Vater, verherrliche deinen Sohn”, folgt das andere: „damit der Sohn dich verherrliche”. Der Sohn ist also nicht unterlegen, sofern er verherrlicht werden soll, da er doch als Gegenleistung selber Verherrlichung darbringen wird.

Wenn er aber nicht unterlegen ist, wozu bat er denn? Denn niemand fordert etwas, als wessen er bedürftig ist. Oder ist etwa auch der Vater abhängig? Oder hat er seinen Eigenbesitz so verschwendet, daß ihm durch den Sohn Verherrlichung zurückerstattet werden müßte?

Doch leidet weder der eine Mangel, noch hat der andere Verlangen (nach Vollendung durch Verherrlichung), und dennoch gibt der eine dem anderen. Die dringliche Bitte um Gewährung der Verherrlichung und anderseits um Verherrlichung als Gegengabe nimmt also dem Vater nicht das Geringste, noch auch erniedrigt sie den [S. 151] Sohn. Vielmehr zeigt es (in beiden) dieselbe Kraft der Göttlichkeit auf, wenn der Sohn um seine Verherrlichung durch den Vater betet, und der Vater die Verherrlichung durch den Sohn nicht abweist. Es erweist vielmehr die Einheit der Kraft in Vater und Sohn durch die Gegenseitigkeit des Nehmens und Gebens der Verherrlichung.

1: Joh. 14, 28.

 

 

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Einleitung zu: Des heiligen Bischofs Hilarius von Poitiers zwölf Bücher über die Dreieinigkeit
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
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