Titel newsletter aktuell suche Titel werke start
Hilarius von Poitiers († 367) - Zwölf Bücher über die Dreieinigkeit (De Trinitate)
Zweites Buch

22. Die Künste der Irrlehrer sind fruchtlos. Der eine Glaube überwindet alle Irrlehren.

[S. 125] Empfehlung aber für die Unversehrtheit dieses Glaubens ist das Ansehen der Evangelien, die Lehre der Apostel und die nutzlose Betrüglichkeit der rings lärmenden Irrlehrer. Denn Bestand hat diese Grundlage, kraftvoll und unerschütterlich gegen alle Stürme, Regengüsse, Sturzfluten; durch Windesbrausen kann sie nicht erschüttert, durch Regengüsse nicht durchweicht, durch Wasserfluten nicht unterspült werden:1 und von höchstem Wert ist, was zwar von sehr vielen heftig bestürmt, von keinem aber zu Fall gebracht werden kann.

Wie es aber einige derart bereitete Arten von Heilmitteln gibt, daß sie nicht nur gegen einzelne Krankheiten von Nutzen sind, sondern alle insgesamt zu heilen vermögen und in sich die Kraft eines allgemeinen Heilmittels tragen: so gewährt auch der katholische Glaube nicht (nur) gegen die einzelnen Seuchen, sondern gegen alle Krankheiten die wirksame Hilfe gemeinsamer Heilungen; er kann überhaupt weder der Eigenart nach geschwächt, noch durch Überzahl erdrückt, noch durch Andersgläubigkeit verfälscht werden; sondern als einer und derselbe hat er Bestand gegen jede einzelne (Irrlehre) und gegen alle insgesamt. Denn etwas Großes ist es um ihn; er birgt soviele Heilmittel, als es Erkrankungen gibt, und genau ebensoviele Lehren der Wahrheit, wie es Bemühungen zur Falschheit gibt.

In eins möge man die Namen der Irrlehrer zusammenziehen, alle (ihre) Schulen mögen aufziehen: hören sollen sie (die Lehre, daß es) nur einen ungewordenen Gott-vater gibt, und einen eingeborenen Sohn, des vollkommenen Vaters vollkommenen Sproß: nicht gezeugt durch Minderung, nicht aus einem Festen als irgendein Teil herausgelöst, sondern: wer alles besitzt, hat denjenigen gezeugt, der alles erlangte; nicht abgeleitet durch Abzweigung oder Ausströmen, sondern aus [S. 126] allem und in allem geboren von demjenigen, der fortdauernd in allem, worin er ist, Dasein behält, frei von Zeitablauf, abgelöst von den Jahrhunderten, durch wen alles erschaffen wurde; denn in demjenigen konnte er nicht Dasein haben, was von ihm erst eingesetzt wurde (nämlich in der Zeit). Das ist die katholische und apostolische Lehre, aus den Evangelien (hergeleitet).

1: Matth. 7, 25.

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Einleitung zu: Des heiligen Bischofs Hilarius von Poitiers zwölf Bücher über die Dreieinigkeit
Bilder Vorlage

Navigation
. Erstes Buch
. Zweites Buch
. . Mehr
. . 14. Dennoch ist das ...
. . 15. Das „Wort”, ...
. . 16. Es verletzt nicht ...
. . 17. Das Wort als Schö...
. . 18. Das Wort ist nicht ...
. . 19. Nicht nur war er b...
. . 20. Auf welche Weise ...
. . 21. Der Ursprung des ...
. . 22. Die Künste der ...
. . 23. Beweisstellen gege...
. . 24. Was Christus unseres ...
. . 25. Wir sind unvermögend, ...
. . 26. Die Niedrigkeit ...
. . 27. Die Würde der ...
. . 28. Christus hat durch ...
. . 29. Es gibt einen Hl. ...
. . 30. Sowohl der Vater ...
. . Mehr
. Drittes Buch
. Viertes Buch
. Fünftes Buch
. Sechstes Buch
. Siebtes Buch
. Achtes Buch
. Neuntes Buch
. Zehntes Buch
. Mehr

Titel Top Back Next
 
Kontakt: Griechische Patristik und orientalische Sprachen - Miséricorde - Av. Europe 20 - CH-1700 Fribourg
Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger