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Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Paidagogos (Paedagogus)
Drittes Buch
XII. Kapitel. Ebenfalls eine gedrängte Zusammenfassung der besten Lebensregeln: Welche Worte der Heiligen Schrift das Leben der Christen schildern.

94.

1. Derartig sind die vernünftigen Gesetze, die Ermahnungsworte, die nicht auf steinerne Tafeln mit dem Finger des Herrn geschrieben,1 sondern in menschliche Herzen eingegraben sind,2 die allein dem Verderben nicht ausgesetzt sind. Deswegen sind die Tafeln der Hartherzigen zerschlagen, damit die Glaubenssätze der Unmündigen in ihre weichen Herzen eingeprägt werden.3 Beide Gesetze aber dienten dem Logos zur Erziehung der Menschheit, das eine durch Moses, das andere durch die Apostel.

2. Welcher Art ist nun auch die Erziehung durch die Apostel! Es scheint mir nötig, auch über diese Erziehungsweise zu sprechen, oder vielmehr will ich (so sagt der Erzieher selbst), indem ich an meine eigenen Worte denke, in kurzer Auswahl die Lehren wieder vortragen.

3. „Leget die Lüge ab und redet die Wahrheit, ein jeder mit seinem Nächsten! Denn wir sind im Verhältnis zueinander Glieder. Die Sonne soll nicht über eurer Erbitterung untergehen, und gebt dem Teufel keinen Raum! Wer gestohlen hat, soll nicht mehr stehlen! Vielmehr soll er sich abmühen und das Gute wirken, damit es ihm möglich sei, dem Bedürftigen etwas zu geben.

4. Alle Bitterkeit und aller Zorn und Groll und Schreien und Schmähen sei samt aller Bosheit aus eurer Mitte getilgt! Werdet gegeneinander freundlich, [S. 217] barmherzig und vergebt einer dem andern, wie auch Gott euch in Christus vergeben hat! Werdet also verständig4 und Nachahmer Gottes als seine geliebten Kinder, und wandelt in der Liebe, wie auch Christus geliebt hat!5

5. „Die Frauen sollen ihren Männern Untertan sein wie dem Herrn; die Männer sollen ihre Frauen lieben, wie auch Christus die Gemeinde geliebt hat.“6

1: Ich lese γεγραμμένον.
2: Vgl. 2 Kor. 3, 3; Exod. 31, 18.
3: Vgl. Barnabas, Ep. 4, 8.
4: Dies Wort stammt aus Matth. 10, 16.
5: Eph. 4. 25-28. 31 f.; 5, 1 f.
6: Eph. 5, 22. 25.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger