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Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Paidagogos (Paedagogus)
Drittes Buch

X. Kapitel. Daß man für die vernunftgemäß Lebenden auch Leibesübungen zulassen muß.

49.

1. Für junge Leute aber genügt ein Turnplatz, auch wenn ein Bad vorhanden ist; denn es ist vielleicht auch empfehlenswert, an Stelle der Bäder für die Männer viel lieber solche Turnplätze zuzulassen, die für die Gesundheit der Jünglinge nützlich sind und in ihnen das eifrige Streben wecken, nicht nur für einen gesunden Körper, sondern auch für eine gesunde Seele zu sorgen. Wenn dies geschieht, ohne daß man sich dadurch von den wichtigeren Dingen abziehen läßt, so ist es etwas Schönes und nicht ohne Nutzen.

2.1 Man darf aber hier auch die Frauen von der körperlichen Durchbildung nicht ausschließen; man darf sie aber nicht zum Ringen und Laufen auffordern, sondern soll sie sich im [S. 180] Wollespinnen und im Weben üben lassen und darin, beim Brotbacken zu helfen, wenn es nötig ist.

3. Ferner sollen die Frauen mit eigener Hand aus der Vorratskammer herbeiholen, was wir brauchen; und es ist für sie auch keine Schande, an die Mühle zu treten. Und für eine verheiratete Frau, die dem Hauswesen vorsteht und „Gehilfin“2 (des Mannes) ist, ist es wirklich keine Schande, wenn sie sich um das Essen kümmert, damit es dem Mann gut schmeckt.

4. Wenn sie aber auch mit eigener Hand das Bett aufschüttelt und ihrem Gatten, wenn er durstig ist, den Trank darreicht und das Essen aufträgt, so hat sie damit wirklich körperliche Übungen, die durchaus wohlanständig sind und einer sittsamen Gesundheit dienen.

5. Mit einem solchen Weib ist der Erzieher zufrieden, „die ihre Arme nach dem Nützlichen ausstreckt und mit ihren Händen nach der Spindel greift; die ihre Hände dem Armen auftut und ihre Hand dem Bedürftigen entgegenstreckt“,3 die sich auch vor dem schönsten Dienst nicht scheut, sondern mit Sara wetteifert, den Wanderern zu dienen. Denn zu dieser sagte Abraham: „Eile dich und mache einen Teig aus drei Maß feinem Mehl und backe einen Aschenkuchen!“4

6. „Rachel aber, die Tochter Labans“, so heißt es, „kam mit den Schafen ihres Vaters.“ Und dies war nicht genug; sondern um zu zeigen, wie wenig hoffärtig sie war, fügte er hinzu: „Denn diese weidete die Schafe ihres Vaters.“5

1: Zum Folgenden vgl. Muson. reli. p. 17, 4 ff.; Hierokles bei Stob. Flor. 85, 21 Mein.
2: Vgl. Gen. 2, 18.
3: Sprichw. 29, 37 f. (31, 19f.).
4: Gen. 18, 6.
5: Gen. 29, 9.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger