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Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Paidagogos (Paedagogus)
Drittes Buch
III. Kapitel. Gegen die putzsüchtigen Männer.

21.

1. Ich habe auch Mitleid mit den jungen Leuten bei den Sklavenhändlern, die sich zur Schande [S. 155] schmücken müssen; aber sie haben sich die Schmach nicht selbst angetan, sondern die unglücklichen Wesen müssen sich auf Befehl schön machen, um der Gewinnsucht zu dienen. Leute aber, die sich freiwillig dazu entschließen, das zu tun, wozu gezwungen zu werden sie, wenn sie Männer wären, dem Tod gleichgeachtet hätten, wie sollten die nicht verächtlich sein?

2. Und jetzt ist das Leben in der Zuchtlosigkeit so weit gekommen, da die Ungerechtigkeit sich üppig breitmachte; und alle Schamlosigkeit hat sich über die Städte ergossen, so daß sie zu allgemeiner Sitte wurde. Im Bordell stehen bei ihnen die Weiber und verkaufen ihr Fleisch zu frevelhafter Lust; und Knaben, die darin unterrichtet sind, ihr Geschlecht zu verleugnen, geben sich als Weiber aus.

3. Alles hat die Üppigkeit ins Gegenteil verkehrt; den Menschen entehrt hat die übertriebene Begierde nach üppigem Leben; sie sucht alles, sie unternimmt alles, sie will alles erzwingen, sie zerstört die natürliche Ordnung; die Männer lassen sich wie Weiber mißbrauchen; und Weiber zeigen sich wider die Natur als Männer, indem Weiber sich freien lassen und selbst freien.

4. Keinen Weg gibt es, der von der Unzucht nicht beschritten würde. Als allen gemeinsam wird von ihnen der Liebesgenuß verkündet, als seine Genossin die Schwelgerei. O wie jammervoll ist der Anblick! O wie schändlich ist ihr Treiben! Hier sind auch die Ruhmeszeichen der in euren Städten verbreiteten Zuchtlosigkeit, der Beweis für euer Verhalten: die gemeinen Straßendirnen.1 Ach wie schlimm ist diese Verachtung aller gesetzlichen Ordnung!

5. Aber die Unseligen wissen nicht einmal, daß manche traurige Geschichte die Folge von dem Geschlechtsverkehr mit Leuten ist, die man nicht kennt. Mit einem entarteten Sohn und mit unzüchtigen Töchtern verbinden sich oft, ohne es zu ahnen, Väter, die an die ausgesetzten Kinder [S. 156] nicht denken;2 und zu Männern (ihrer Töchter) macht die Erzeuger das Übermaß von Zuchtlosigkeit.

1: Eine ähnliche Äußerung des Krates bei Stob. Flor. 6, 39 Mein.; Plut. Moral, p. 401A.
2: Vgl. Justin, Apol. I 27; Min. Fel. Oct. 31, 4.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger