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Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Paidagogos (Paedagogus)
Zweites Buch
XII. Kapitel. Daß man nicht auf Edelsteine und Goldschmuck erpicht sein soll.

129.

1. So soll denn euer Handgelenk mit einem heiligen Schmuck geziert sein, mit gern mitteilender Freigebigkeit und mit der Tätigkeit im Haushalt. Denn „wer dem Armen gibt, leiht Gott“1 und „die Hände der Tatkräftigen machen reich“.2 Tatkräftig (ἀνδρεῖοι) hat er die genannt, die das Geld verachten und gern zum Geben bereit sind. An den Füßen aber erscheine als Schmuck der rastlose3 Eifer im Gutestun und das Wandern auf dem Wege zur Gerechtigkeit. Ketten und Halsbänder sind Schamgefühl und Sittsamkeit. Für solches Geschmeide ist Gott der Goldschmied.

2. „Selig ist der Mensch, der Weisheit, und der Sterbliche, der Klugheit [S. 133] sah“, so sagt der Geist durch Salomo, „denn besser ist es, sie zu erwerben als Schätze Goldes und Silbers, und sie ist mehr wert als kostbare Steine.“4 Denn dies heißt in Wahrheit schön geschmückt sein.

3. Ihre Ohren sollen aber nicht naturwidrig durchbohrt sein, um Ohrringe und Gehänge daran zu hängen; denn es ist nicht recht, die Natur gegen ihren Willen zu etwas zu zwingen; und es gibt auch keinen anderen schöneren Schmuck für die Ohren, der in die natürlichen Gänge des Gehörs hinabgeht, als wahre Lehre.

4. Und Augen, die mit dem Logos gesalbt sind, und Ohren, die für das Verständnis durchbohrt sind, machen fähig, Göttliches zu hören und Heiliges zu schauen, da der Logos in der Tat die wahre Schönheit zeigt, die zuvor „kein Auge sah und kein Ohr hörte“.5

1: Sprichw. 19, 14 (17).
2: Ebd. 10, 4.
3: Vgl. Ignat. Ep. ad Polyc. 7, 2.
4: Sprichw. 3, 13—15.
5: 1 Kor. 2, 9.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger