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Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Paidagogos (Paedagogus)
Zweites Buch
X. Kapitel. Was man über das Kinderzeugen besprechen muß.

115.

1. Dieses Purpurs wegen sind Tyros und Sidon und die Gegend in der Nähe des lakonischen Meeres so hoch geschätzt; und in gar hohem Ansehen stehen auch die Färber aus diesen Gegenden und die Leute, die die Purpurschnecken fangen, und diese selbst, weil ihr Blut die Purpurfarbe gibt.

2. Aber auch auf die überfeinen Gewebe verwenden die falschen Weiber und die weibischen Männer die verfälschenden Farben und kennen kein Maß in ihrer rasenden Gier, so daß sie die Leinwand nicht mehr aus Ägypten, sondern aus dem Lande der Hebräer und der Kilikier beziehen. Von den [S. 121] Stoffen aus feinstem Flachs (von der Insel Amorgos) und aus Baumwolle (Byssos) will ich gar nicht reden, denn die Üppigkeit übersteigt die Möglichkeit der Beschreibung.

3. Die Bedeckung muß aber, wie ich meine, selbst zeigen, daß das Bedeckte mehr wert ist als sie,1 so wie das Götterbild mehr wert ist als der Tempel und die Seele als der Körper und der Körper als das Kleid.

4. Jetzt ist aber genau das Gegenteil der Fall: Wenn ihr Körper verkauft würde, so würde er wohl nie tausend attische Drachmen einbringen; da sie aber unter Umständen ein einziges Kleid für zehntausend (Talente) kaufen,2 beweisen sie, daß sie selbst weniger nütze und weniger wert als die Kleiderstoffe sind.

5. Warum verlangt ihr denn nach dem Seltenen und dem Kostspieligen statt nach dem Alltäglichen und Wohlfeilen? Weil ihr nicht wißt, was wahrhaft schön und wahrhaft gut ist und weil nicht auf das, was ist, sondern auf das, was scheint, von den Unvernünftigen Wert gelegt wird, die ebenso wie Wahnsinnige das Weiße als schwarz sehen.3

1: Vgl. Muson, rell. p. 106, 8 f.
2: Vgl. CAF III p. 503 Adesp. 516. Das Wort „Talente“ ist wohl zu streichen; der Gegensatz tausend und zehntausend genügt. Zum Gedanken vgl. Plut. Moral, p. 209 C.
3: Vgl. Muson. rell. p. 112, 4—9.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger