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Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).
Viertes Buch
XII. Kapitel

85.

1. Denn wie sollte er nicht gottlos sein, wenn er den Teufel zu Gott macht, den Herrn dagegen einen sündigen Menschen zu nennen wagt?1 Denn der Teufel versucht uns, weil er zwar weiß, was wir sind, aber nicht weiß, ob wir standhalten werden. Er versucht uns aber, weil er uns vom Glauben losreißen und in seine Gewalt bringen will. Dies zu tun ist ihm aber nur deswegen gestattet, einmal weil wir auf Grund eigener Entscheidung gerettet werden sollen, indem wir vom Gesetz den Antrieb dazu erhalten, sodann weil derjenige beschämt werden soll, der versuchte und dabei nichts erreichte, ferner wegen der Stärkung der Glieder der Kirche und wegen des Gewissens derer, die unsere Geduld bewundern.

2. Wenn aber das Martyrium eine Vergeltung durch Strafe ist, so ist das auch bei dem Glauben und bei der Lehre der Fall, derentwegen es zum Martyrium kommt; so führen also diese die Strafe mit herbei; das ist aber doch der größte Widerspruch, den es überhaupt geben kann.

3. Aber gegen jene Lehren, über die Frage, ob die Seele von einem Körper in den andern wandert, und über den Teufel wird zu seiner Zeit geredet werden; für jetzt wollen wir zu dem Gesagten noch folgendes hinzufügen: Wo bleibt da noch der Glaube, wenn das Martyrium infolge der Vergeltung für früher begangene Sünden eintritt, und wo die Liebe zu Gott, die der Wahrheit wegen verfolgt wird und standhält, und wo Lob für den [S. 60] Bekennenden und Tadel für den Leugnenden, und wozu ist noch nütze der rechte Lebenswandel und daß man seine Begierden abtötet2 und nichts Geschaffenes haßt?

1: Vgl. oben 83,1.
2: Vgl. Kol. 3,5.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger