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Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Paidagogos (Paedagogus)
Zweites Buch
V. Kapitel. Über das Lachen.

48.

1. Wenn man aber furchterregend auch nur aussieht, so ist schon dies geeignet, die Versucher weit weg zu treiben: denn die Würde vermag schon allein durch ihren Anblick die Angriffe der Zuchtlosigkeit von sich abzuweisen. Aber beinahe alle Unverständigen zwingt der Wein,
„Weichlich zu lachen sowohl als auch einen Tanz zu beginnen“,1
indem er den unmännlichen Sinn zur Weichlichkeit verführt.

2. Und man muß daran denken wie von diesem Ausgangspunkt aus die Dreistigkeit, die alles zu sagen wagt die Ungebührlichkeit bis zur Zotenreißerei steigert;
„Und er entlockt ihm ein Wort, das ungesagt besser geblieben.“2

3.3 So ereignet es sich vor allem beim Weine, daß sich die Sinnesart der innerlich schlechten Menschen ganz deutlich zeigt, weil sie infolge der eines Freien unwürdigen Redefreiheit der Trunkenheit jeder Verstellung entkleidet sind; denn hierdurch wird der Verstand in der Seele, dem durch den Rausch gleichsam der Kopf schwer geworden ist, in tiefen Schlaf versenkt, dagegen [S. 59] werden die entarteten Leidenschaften geweckt und üben ihre Gewalt über die Schwachheit des Verstandes aus.

1: Hom. Od. 14, 465, wobei οἶνος ἀνώγει aus V, 463 stammt.
2: Hom. Od. 14, 466. Vgl. dazu A. Elter, Gnomol. hist. 103; ram. 39.
3: Zum folgenden vgl. Plut. Moral. p. 645 AB (Platon, Gesetze 1 p. 650 A).

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger