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Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Paidagogos (Paedagogus)
Erstes Buch
IX. Kapitel. Daß wohlzutun und gerecht zu strafen Sache der gleichen Macht und was in dieser Hinsicht die Erziehungsweise des Logos ist.

81.

1. VERHÖHNUNG (διάσυρσις) ist ein höhnischer Tadel. Auch dieses Mittel verwendet der göttliche Erzieher, wenn er durch Jeremias sagt: „Das Aussehen einer Dirne hast du bekommen; schamlos bist du gegen alle geworden. Und hattest du mich nicht zu deinem Hause gerufen als deinen Vater und als den Herrn über deine Jungfrauschaft?“ 1 Und: „Eine schöne und liebreizende Dirne, eine Herrin über Zaubermittel.“ 2 Ganz geschickt nötigt er die Jungfrau, sich zu schämen, indem er ihr die Schmach antut, sie eine Dirne zu nennen, und ruft sie so zur Keuschheit zurück.

2. ENTRÜSTUNG (κατανεμέσησις) ist ein Tadel auf Grund der gesetzlichen Ordnung oder ein Tadel der Söhne, die sich über Gebühr erhoben haben. In dieser Weise erzog er durch Moses, wenn er sagte: „Ihr tadelnswerten Kinder, du falsches und verkehrtes Geschlecht, so vergeltet ihr dem Herrn? Dies Volk ist [S. 277] töricht und nicht weise. Hat dich nicht dieser Vater selbst für sich erworben?“ 3 Und durch Jesaias sagt er: „Deine Fürsten sind ungehorsam; sie machen gemeinschaftliche Sache mit Dieben, lieben Geschenke, laufen der Bezahlung nach, sprechen den Waisen nicht Recht.“ 4

3. Überhaupt ist seine kunstvolle Verwendung der Furcht eine Quelle des Heils; es gehört aber zum Wesen des Guten, zu retten. „Das Erbarmen des Herrn erstreckt sich auf alles Fleisch; er straft und züchtigt und lehrt wie ein Hirte seine Herde. Er erbarmt sich derer, die sich die Zucht gefallen lassen und sich ernstlich bemühen, sich mit ihm zu vereinigen.“ 5 Und auf diese Weise „hat er die sechshunderttausend Mann, die sich in ihrem verhärteten Sinn zusammengerottet hatten, indem er sie geißelte und sich ihrer erbarmte, indem er sie schlug und sie heilte, mit Erbarmen und mit strenger Zucht am Leben erhalten.“ 6 „Denn entsprechend seinem großen Erbarmen, ebenso streng ist auch seine Zucht.“ 7 Denn schön ist es, nicht zu sündigen; gut aber ist es auch, nach der Sünde Buße zu tun, so wie es am besten ist, immer gesund zu sein, es aber auch schön ist, von der Krankheit wieder zu genesen. 8

1: Jer. 3, 3 f.
2: Nah. 3, 4.
3: Deut. 32, 5 f.
4: Is. 1, 23.
5: Sir. 18, 13 f.
6: Ebd. 16, 10 (mit Glosse).
7: Ebd. 16, 12.
8: Sacr. Par. 187 Holl; Antonius Melissa S. 22 Gesner; Sext. Pyth. Sent. 283; vgl. Paid. I 4, 3 mit Anm.; Isid. v. Pelus. Ep. I 381.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger