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Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Paidagogos (Paedagogus)
Erstes Buch
VIII. Kapitel. Gegen die Auffassung, daß das Gerechte nicht gut sei.

71.

1. Aber daß Gott gut ist, das gestehen alle, wenn auch ungern, zu; daß jedoch der nämliche Gott auch gerecht ist, dafür habe ich keine weiteren Worte mehr nötig, wenn ich das Wort des Herrn aus dem [S. 267] Evangelium anführe; er nennt sich selbst eins: „Damit alle eins seien, wie du, Vater, in mir und ich in dir, damit auch sie in uns eins seien, damit auch die Welt glaube, daß du mich sandtest. Auch ich habe ihnen die Herrlichkeit, die du mir gabst, gegeben, damit sie eins seien, wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir, damit sie zur vollkommenen Einheit gelangen.“ 1 Eins aber ist Gott und über das eins hinaus und erhaben über die Einheit (die Monas) selbst. 2

2. Deshalb hat auch der Redeteil „du“ hinweisende Bedeutung und zeigt auf den wahrhaft alleinseienden Gott hin, der war und ist und sein wird; 3 mit Rücksicht aber auf diese drei Zeiten ist ein Name gegeben, „der Seiende“. 4 Daß aber der nämliche Gott, der ein einziger ist, auch gerecht ist, wird der Herr in demselben Evangelium mit folgendem Wort bezeugen: „Vater, die du mir gabst, will ich, daß, wo ich bin, auch sie mit mir seien, damit sie meine Herrlichkeit schauen, die du mir gabst, weil du mich vor der Grundlegung der Welt liebtest. Gerechter Vater, wohl erkannte die Welt dich nicht, aber ich erkannte dich, und jene erkannten, daß du mich sandtest; und ich machte ihnen deinen Namen bekannt und werde ihn bekannt machen.“ 5

3. Dieser ist es, „der bei denen, die ihn hassen, die Sünden der Väter an den Kindern straft, und denen, die ihn lieben. Barmherzigkeit erweist“. 6 Denn derjenige, der die einen zur Rechten, die andern zur Linken stellt, 7 wird, soweit er als Vater aufgefaßt wird, weil er gut ist, eben das genannt, was er ist, nämlich gut; 8 soweit er aber, weil er Sohn ist, im Vater als sein Logos ist, wird er wegen des Verhältnisses der gegenseitigen Liebe gerecht genannt, ein Name der Macht, der nach der Gleichheit bemessen wird. „Er wird den Menschen“, so steht geschrieben, „nach seinen Werken richten,“ 9 da uns Gott [S. 268] Jesus als die Verkörperung einer guten Waage der Gerechtigkeit geoffenbart hat, durch den wir auch Gott wie aus einer Waage, deren Schalen völlig gleich sind, erkannten.

1: Joh. 17, 21–23.
2: Vgl. Philon, Leg. alleg. II 3.
3: Vgl. Offenb. 11, 17.
4: Exod. 3, 14.
5: Joh. 17, 24–26.
6: Exod. 20, 5 f.
7: Vgl. Matth. 25, 33.
8: Vgl. Matth. 10, 17 (Mark. 10, 18; Luk. 18, 19).
9: Sir. 16, 12.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
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