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Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Paidagogos (Paedagogus)
Erstes Buch
VIII. Kapitel. Gegen die Auffassung, daß das Gerechte nicht gut sei.

68.

1. Deshalb ist dieser allein imstande, die Sünden zu vergeben, da er von dem Vater des Alls als unser Erzieher bestellt ist und allein von dem Gehorsam den Ungehorsam zu unterscheiden vermag. Wer aber droht, wünscht offenbar nicht etwas Übles anzutun und seine Drohung zu verwirklichen; vielmehr hemmt er dadurch, daß er in Furcht versetzt, die Neigung zur Sünde und zeigt seine Liebe zu den Menschen, indem er noch zögert und ihnen deutlich macht, was sie erleiden werden, wenn sie Sünder bleiben, nicht aber einer Schlange gleicht, die, sobald sie einem nahe gekommen ist, sofort auch schon zugebissen hat.

2. Gott ist also gut, und der Herr verwendet in vielen Fällen, bevor er handelt, das Wort. „Denn meine Pfeile“, so heißt es, „sollen ihnen ein Ende [S. 265] machen; hinschwindend vor Hunger und vom Fraße der Vögel (werden sie sein) und unheilbarer Gliederkrampf (soll über sie kommen); die Zähne wilder Tiere werde ich gegen sie senden, die sie grimmig über den Erdboden hinschleifen werden; von außen soll sie das Schwert kinderlos machen und von innen die Furcht.“ 1

3. Demnach zürnt die Gottheit nicht, wie einige meinten, sondern in den meisten Fällen droht sie nur; allezeit aber ermahnt sie die Menschheit und zeigt ihr, was sie zu tun hat. Wohltätig ist aber dieses Verfahren, Schrecken einzujagen, damit wir nicht sündigen. „Die Furcht des Herrn verjagt die Sünden; wer aber ohne Gottesfurcht ist, wird nicht gerechtfertigt werden können“, 2 sagt die Schrift. Und die Strafe verhängt Gott nicht aus Zorn, vielmehr hat er die Durchführung des Gerechten im Auge, weil es nicht angemessen ist, daß das Gerechte unsertwegen vernachlässigt wird.

1: Deut. 32,23–25.
2: Sir. 1,21 f.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger