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Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Paidagogos (Paedagogus)
Erstes Buch
V. Kapitel. Daß alle die sich mit der Wahrheit beschäftigen, bei Gott Kinder sind.

21.

1. Und die Weisheit ist immerblühend; sie bleibt immer sich selbst gleich und verändert sich niemals. „Ihre Kinder“, so heißt es, „sollen auf den Schultern getragen und auf den Knien getröstet werden; wie wenn einen seine Mutter tröstet, so will auch ich euch trösten.“ 1 Die Mutter zieht die Kinder freundlich zu sich heran; und wir suchen die Mutter, die Kirche.

2. Alles Schwache und Zarte ist nun, weil es wegen seiner Schwachheit Hilfe nötig hat, gern gesehen und angenehm und erwünscht, wobei Gott einem solchen seine Hilfe nicht versagt. Denn wie die (irdischen) Väter und Mütter besonders gern ihre Sprößlinge sehen, die Pferde die Füllen, die Rinder die kleinen Kälber und der Löwe sein Junges und der Hirsch das Hirschkalb und der Mensch sein Kind, 2 so nimmt auch der Vater aller Geschöpfe die zu ihm Geflüchteten gern bei sich auf; und nachdem er sie durch den Geist zur Kindschaft wiedergeboren hat, weiß er, daß sie sanft sind, und diese allein liebt er und hilft ihnen und streitet für sie, und deswegen gibt er ihnen den Namen Kind.

3.3 Ich rechne auch den Isaak zu den Kindern; mit Lachen wird Isaak übersetzt. Diesen sah spielen mit Rebekka, seinem Weibe und [S. 223] seiner Gehilfin, 4 der sich um alles kümmernde König. Der König (Abimelech war sein Name) scheint mir eine überirdische Weisheit zu sein, die das Geheimnis des kindlichen Spiels erforscht. Rebekka aber übersetzt man mit Geduld.

4. O wie verständig ist das Spiel! Das Lachen hat zur Gehilfin die Geduld, und Zuschauer ist der König. Es frohlockt der Geist der Kinder in Christus, wenn sie in Geduld ihr Leben führen, und dies ist das göttliche Spiel.

1: Is. 66, 12 f.
2: Vgl. Plut. Mor. p. 495 AB.
3: Zum Folgenden vgl. Gen. 26, 8 und Philon, De plant. 169f.; Quaest. in Gen. IV 188.
4: Vgl. Gen. 2, 18.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger