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Athanasius (295-373) - Über die Menschwerdung des Logos und dessen leibliche Erscheinung unter uns (De incarnatione Verbi)

9.

Der Logos erkannte nämlich, daß das Verderben unter den Menschen nicht anders behoben werden könnte als durch seinen unbedingten Tod. Nun aber [S. 613] konnte der Logos, weil unsterblich und Sohn des Vaters, nicht sterben. Deshalb nimmt er einen sterbensfähigen Leib an, damit dieser durch seine Teilnahme am Logos, dem alle unterstehen, zum Tod für alle geeignet würde, dank dem einwohnenden Logos unvergänglich bliebe und nunmehr für alle das Verderben in der Gnade der Auferstehung ein Ende fände. Daher hat er den Leib, den er angenommen, als eine Weihegabe und als ganz makelloses Schlachtopfer in den Tod gegeben und verscheuchte alsobald von allen seinesgleichen den Tod durch das stellvertretende Opfer. Denn weil erhaben über alle, hat natürlich der Logos Gottes mit der Hingabe seines Tempels und der leiblichen Werkstätte ein Entgelt für das Leben aller entrichtet und die Schuld in seinem Tod bezahlt. Und so bekleidete der unverwesliche Sohn Gottes, durch den gleichen Leib mit allen in Gemeinschaft getreten, natürlich auch alle mit der Unverweslichkeit - in der Verheißung der Auferstehung. Denn auch die Auflösung im Tode hat keine Macht mehr über die Menschen wegen des Logos, der unter ihnen in dem einen Leib gewohnt hat. Wie wenn ein mächtiger König in irgendeine große Stadt kommt und darin auch nur in einem Hause Wohnung nimmt, sicher eine solche Stadt aller Ehre gewürdigt wird und kein Feind oder Räuber sie mehr anfällt und unterjocht, wie ihr vielmehr wegen des Königs, der darin auch nur in einem Hause wohnt, alle Aufmerksamkeit geschenkt wird, so war es auch der Fall beim König aller Dinge. Denn damit, daß er in unsere Heimat kam und in einem unserem Leibe gleichen Körper wohnte, hat jede feindliche Nachstellung gegen die Menschen ein Ende genommen. Auch das Verderben des Todes, das ehedem unter ihnen wütete, war vorüber. Das Menschengeschlecht wäre verloren gewesen, wenn nicht der Herr und Heiland aller, der Sohn Gottes, gekommen wäre, um dem Tode ein Ende zu machen.

 

 

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Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Einleitung zu "Gegen die Heiden" und "Über die Menschwerdung"
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger