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Athanasius (295-373) - Über die Menschwerdung des Logos und dessen leibliche Erscheinung unter uns (De incarnatione Verbi)

55.

Folgendes verdient also nach dem Gesagten besonders deine Beachtung und muß für die vorausgegangene Erörterung gleichsam die Grundlage bilden und gar sehr Erstaunen erregen, daß nämlich mit der Ankunft des Heilandes der Götzendienst nicht mehr zunahm, sondern der bereits bestehende abnimmt und allmählich verschwindet, daß die heidnische Weisheit keine Fortschritte mehr macht, im Gegenteil die noch vollends aufhört, die da ist, die Dämonen mit Gaukelei, Wahrsagerei und Zauberei nicht mehr betören, sondern schon beim ersten kecken Versuch dazu durch das Kreuzeszeichen zuschanden werden. Und um es kurz zu sagen: Betrachte nur, wie die Lehre des Heilandes überall neue Anhänger findet, aller Götzendienst aber und alles, was dem christlichen Glauben zuwiderläuft, von Tag zu Tag abnimmt, ohnmächtig wird und zusammenfällt! Bei solcher Betrachtung bete den Weltheiland an, den mächtigen Gott-Logos, verwirf das, was vor ihm weichen und verschwinden muß! Denn wie beim Sonnenschein die Finsternis keine Macht mehr hat, vielmehr vor ihm noch der letzte Rest (von Finsternis) verschwinden muß, so hat seit der göttlichen Erscheinung [S. 674] des Gott-Logos die Finsternis der Götzen keine Macht mehr; vielmehr stehen jetzt überall alle Teile des Erdkreises im Lichte seiner Lehre. Und wie oftmals einige Aufrührer in einem Lande, in dem ein König ist, der sich aber in der Öffentlichkeit nicht zeigt, sondern innerhalb seines Palastes bleibt, unter Benützung dieser seiner Zurückgezogenheit sich selbst proklamieren lassen, und der einzelne verkleidet den Einfältigen gegenüber sich als König ausgibt, und die Leute sich so durch den Namen irreleiten lassen, da sie wohl von einem Könige hören, aber ihn nicht sehen, zumal sie ja auch nicht in seinen Palast gelangen können, dann aber, wenn der wirkliche König sich zeigt und öffentlich auftritt und dann die betrügerischen Aufrührer mit seiner Gegenwart entlarvt werden, die Leute angesichts des rechten Königs ihre früheren Verführer verlassen, so haben ehedem auch die Dämonen die Menschen betrogen, als sie sich göttliche Würde anmaßten. Seitdem aber der Logos Gottes im Leibe erschienen ist und uns seinen Vater zu erkennen gegeben, da schwindet der Trug der Dämonen und hört gänzlich auf; die Menschen aber schauen auf den wahrhaftigen Gott-Logos des Vaters, lassen ab von den Götzen und anerkennen nunmehr den wahren Gott. Das ist aber ein Beweis, daß Christus Gott der Logos und Gottes Kraft ist. Denn wenn das Menschliche aufhört, das Wort Christi aber bleibt, so ist doch allen klar, daß das, was ein Ende hat, augenblicklich ist, der aber, der bleibt, Gott und wahrer Sohn Gottes und der eingeborene Logos ist.

 

 

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Einleitung zu "Gegen die Heiden" und "Über die Menschwerdung"
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger