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Athanasius (295-373) - Über die Menschwerdung des Logos und dessen leibliche Erscheinung unter uns (De incarnatione Verbi)

53.

Und um noch einen, und zwar ganz auffallenden Beweis für die Gottheit des Heilandes anzuführen: Wann hat denn je ein bloßer Mensch oder Zauberer oder Herrscher oder König für sich allein mit so vielen sich zu messen vermocht und zu kämpfen wider den ganzen Götzenkult, gegen das ganze Heer der Dämonen, gegen alle Zauberei und alle Weisheit der Heiden, da sie noch soviel galten und auf dem Höhepunkt waren und alle Welt in Staunen setzten, und mit einem Schlag allen gegenüberzutreten wie unser Herr, der wahre Logos Gottes, der unsichtbar einen jeden über seinen Götzenwahn aufklärt und allein alle Menschen allen (Götzen) abwendig macht, so daß die, die zuvor vor den Götzen auf die Erde sich niederwarfen, diese nunmehr mit Füßen treten, die bewunderten Größen der Magie ihre Bücher verbrennen und die Weisen die Erklärung der Evangelien allem anderen vorziehen? Die Götzen, die sie zuvor anbeteten, geben sie auf und beten den an, den sie als Gekreuzigten zuvor verspotteten, Christum, und bekennen ihn als Gott. Und ihre sogenannten Götter werden durch das Kreuzeszeichen verscheucht, der gekreuzigte Heiland aber wird auf dem ganzen Erdkreis als Gott und Gottes Sohn verkündigt. Die Götter, welche die Heiden anbeten, werden von ihnen wegen ihrer Schändlichkeit verworfen; diejenigen aber, die die Lehre Christi annehmen, führen ein züchtigeres Leben als jene. Wenn nun dies und Ähnliches nur Menschenwerk ist, so zeige und beweise doch mal einer, wer immer nur will, ein Gleiches auch für die früheren Zeiten. Wenn aber diese Erscheinungen nicht als Menschenwerk, sondern [S. 672] als Gottes Werk erscheinen und das auch wirklich sind, warum versteigen sich denn die Ungläubigen zu solcher Gottlosigkeit, daß sie den Herrn nicht erkennen, der das gewirkt hat? Es geht ihnen ja ähnlich so wie denen, die aus den Werken der Schöpfung Gott, ihren Schöpfer, nicht erkennen. Denn wenn sie seine Gottheit aus seiner Macht, die sich auf alles erstreckt, erkannten, so hätten sie damit auch die Erkenntnis gewonnen, daß auch die im Leibe vollbrachten Werke Christi nicht die eines Menschen sind, sondern Taten des Heilandes aller, des Gott-Logos. Hätten sie solche Erkenntnis gehabt, "dann hätten sie", wie Paulus sagte, "den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt"1.

1: 1 Kor. 2, 8.

 

 

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Einleitung zu "Gegen die Heiden" und "Über die Menschwerdung"
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger