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Athanasius (295-373) - Über die Menschwerdung des Logos und dessen leibliche Erscheinung unter uns (De incarnatione Verbi)

52.

Wer hat nun solches fertiggebracht, oder wer hat die im Frieden geeint, die zuvor sich haßten, wenn nicht eben der geliebte Sohn des Vaters, der gemeinsame Heiland aller, Jesus Christus, der in seiner Liebe um unseres Heiles willen alles ertragen hat? Schon vor Zeiten war der Friede, der mit ihm anbrechen sollte, geweissagt in den Worten der Schrift: "Ihre Schwerter werden sie zu Pflugscharen umschmieden und ihre Lanzen zu Sicheln; nicht mehr wird Volk gegen Volk zum Schwerte greifen, und sie werden nicht mehr auf den Krieg sich einüben"1. Und es klingt dies doch recht glaubwürdig, wenn noch jetzt die roh gesitteten Barbaren, solange sie eben den Götzen opfern, widereinander wüten und keine Stunde ohne das Schwert sein können, sobald sie aber von der Lehre Christi hören, alsbald vom Krieg zum Feldbau übergehen und die Hand, anstatt mit dem Schwert sie zu bewaffnen, zum Gebet erheben. Ja, ganz allgemein waffnen sie sich jetzt, anstatt zu kriegen gegen ihresgleichen, gegen den Teufel und die bösen Geister, um sie in Keuschheit und Seelenstärke niederzuringen. Das ist aber doch ein sichtlicher Beweis für die Gottheit des Heilandes, wenn die Menschen das, was sie von den Götzen nicht lernen konnten, von ihm gelernt haben, wie es anderseits nicht unwesentlicher Beleg ist für die Ohnmacht und Nichtigkeit der Dämonen und Götzen. Die Dämonen waren sich ja ihrer Ohnmacht wohl bewußt; deshalb hetzten sie ehedem die Menschen zum Krieg gegeneinander, damit sie nicht vom Hader unter sich abließen und dann gegen die [S. 671] Dämonen den Kampf aufnähmen. Wahrhaftig, die Jünger Christi befehden nicht sich gegenseitig, sondern setzen sich mit ihren guten Sitten und einem tugendhaften Wandel gegen die Dämonen zur Wehr, verjagen sie, schlagen selbst den obersten, den Teufel, sind keusch in ihrer Tugend, halten stand in den Versuchungen, harren aus in den Mühsalen, erdulden Mißhandlungen und machen sich nichts daraus, wenn sie ausgeraubt werden, und gewiß auffallend: sie achten nicht des Todes und werden Märtyrer für Christus.

1: Is. 2, 4.

 

 

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Einleitung zu "Gegen die Heiden" und "Über die Menschwerdung"
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger