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Athanasius (295-373) - Über die Menschwerdung des Logos und dessen leibliche Erscheinung unter uns (De incarnatione Verbi)

49.

[S. 667] Denn wo hätte es je einen Menschen gegeben, der nur aus einer Jungfrau sich einen Leib bildete? Oder wo hätte je ein Mensch so viele Krankheiten geheilt wie der gemeinsame Herr aller? Wer hat einem schon bei der Geburt vorhandenen Mangel abgeholfen, und einen Blindgeborenen sehend gemacht? Äskulap wurde von ihnen als Gott verehrt, weil er die Heilkunst ausübte und Kräuter fand für die kranken Körper, die er aber nicht selber aus Erde bildete, sondern dank seiner Naturkunde entdeckte. Doch was bedeutet das im Vergleich zu dem, was der Heiland tat, der nicht bloß eine Wunde heilte, sondern eine Neuschöpfung vornahm und den Körper wiederherstellte? Herkules wird von den Griechen als Gott angebetet, weil er mit seinesgleichen kämpfte und wilde Tiere listig erlegte. Was ist aber das im Vergleich mit den Taten des Logos, der die Menschen von Krankheiten, Dämonen und selbst vom Tode befreite? Dionysos wird bei ihnen verehrt, weil er den Menschen ein Lehrmeister der Trunksucht gewesen war. Aber der wahrhaftige Heiland und Herr des Alls, der die Mäßigkeit gelehrt, wird von ihnen verspottet, Doch genug hiervon! Wo fände sich aber eine Parallele zu den übrigen Wundertaten seiner Gottheit? Wo starb ein Mensch, währenddessen die Sonne sich verfinsterte, die Erde bebte? Siehe doch: bis heute sterben Menschen, und es starben solche schon im Anfange. Wann aber wäre solch ein Wunderzeichen bei ihnen eingetroffen? Oder, um die Taten zu übergehen, die er im Leibe vollbrachte, und nur die Werke nach seiner leiblichen Auferstehung zu erwähnen: wo gab es je einen Menschen, dessen Lehre von einem Ende der Erde bis zum anderen überall als eine und dieselbe Geltung gewonnen hätte, so daß seine Verehrung im Flug die ganze Welt erobert hätte? Oder wenn ja Christus, wie sie meinen, nur ein Mensch wäre und nicht Gott der Logos, warum verhindern es dann ihre Götter nicht, daß seine Verehrung auf die Stätte übergreift, wo sie selber sind, ja daß vielmehr der Logos selbst, wo er hinkommt, mit seiner Lehre ihren Kult beendet und ihr Blendwerk zuschanden macht?

 

 

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Einleitung zu "Gegen die Heiden" und "Über die Menschwerdung"
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger