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Athanasius (295-373) - Über die Menschwerdung des Logos und dessen leibliche Erscheinung unter uns (De incarnatione Verbi)

46.

Wann begannen denn die Menschen, den Götzenkult aufzugeben, wenn nicht von dem Augenblick ab, da [S. 663] Gott, der wahre Logos Gottes, unter den Menschen aufgetreten ist? Wann haben denn die Orakel bei den Griechen und allerorts ein Ende genommen und sind verstummt, wenn nicht mit dem Augenblick, da der Heiland erschienen ist? Wann erwachte die Erkenntnis, daß die sogenannten Götter und Heroen bei den Dichtern einfach nur sterbliche Menschen sind, wenn nicht damals, als der Herr seinen Triumph über den Tod feierte und den Leib, den er angenommen, in der Unverweslichkeit bewahrt hat, da er ihn von den Toten erweckte? Wann sagte man sich los vom Dämonentrug und -wahn, wenn nicht eben damals, als der Logos, die Kraft Gottes, aller und auch ihr Gebieter, um der Ohnmacht der Menschen willen herabgestiegen und auf Erden erschienen ist? Wann begann man, über Zauberkunst und Zauberlehre hinwegzugehen, wenn nicht eben damals, als die Theophanie des Logos unter den Menschen Wirklichkeit geworden ist? Wann hat sich überhaupt die Weisheit der Heiden als Torheit erwiesen, wenn nicht damals, als die wahre Weisheit Gottes auf Erden sich offenbarte? Ehedem war der ganze Erdkreis und jeder Ort im Wahne des Götzenkultes befangen, und nur in den Götzen wähnten die Menschen ihre Götter. Jetzt aber geben die Menschen auf dem ganzen Erdkreis ihren abergläubischen Götzenwahn auf, flüchten sich zu Christus, beten ihn als Gott an und lernen durch ihn auch den Vater erkennen, den sie zuvor nicht kannten. Und wie wunderbar! Es gab verschiedene und abertausend Religionen, und jeder Ort hatte seinen eigenen Götzen; aber keiner ihrer sogenannten Götzen vermochte auch nur im nächsten Nachbarbereich Eingang zu finden, so daß er auch die Nachbarn zu seiner Anbetung bewogen hätte; vielmehr fand er kaum bei seinen Eigenen die gebührende Verehrung, - denn niemand verehrte den Gott des Nachbars, sondern ein jeder hielt seinen eigenen Götzen im Wahne, dieser wäre aller Herr. - Nur Christus wird von allen und überall als ein und derselbe angebetet. Und was der Ohnmacht der Götzen nicht gelungen ist, wenigstens die nächsten Anwohner zu gewinnen, das hat Christus fertiggebracht, indem er nicht nur Nachbarn, sondern [S. 664] einfach die ganze Erde dahin brachte, einen und denselben Herrn anzubeten und durch ihn Gott, seinen Vater.

 

 

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Einleitung zu "Gegen die Heiden" und "Über die Menschwerdung"
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger