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Athanasius (295-373) - Über die Menschwerdung des Logos und dessen leibliche Erscheinung unter uns (De incarnatione Verbi)

36.

Wo wäre sodann je der König gewesen, der, noch nicht imstande, Vater oder Mutter zu rufen, schon regiert und im Kampf gegen seine Feinde Trophäen erbeutet hätte? Ist nicht David im dreißigsten Lebensjahre König geworden und Salomo im Jünglingsalter? Hat nicht Joas mit sieben Jahren die Herrschaft angetreten1 und der noch spätere Josias mit etwa sieben Jahren die Regierung übernommen?2 Doch gleichwohl [S. 648] konnten auch sie mit diesem Alter Vater und Mutter rufen. Wer ist also der, der fast schon vor seiner Geburt herrscht und den Feinden die Beute abnimmt? Wo ist ein solcher König in Israel und Juda aufgestanden, die Juden mögen nachforschen und Antwort geben -, auf den alle Völker ihre Hoffnung gesetzt und Frieden gefunden haben? Fanden jene nicht vielmehr überall ihren Gegner? Denn solange Jerusalem stand, lag es in ständigem Krieg mit ihnen, und alle kämpften wider Israel: Die Assyrer bedrängten sie, die Ägypter verfolgten sie, und die Babylonier griffen sie an. Ja, ganz auffallend hatten sie sogar die Syrer in der Nachbarschaft zu ihren Feinden. Oder hat nicht David die Moabiter bekriegt und die Syrer geschlagen?3 Mußte nicht Josias vor den Nachbarn auf der Hut sein4, und hatte nicht Ezechias die Brutalität des Senacherib zu fürchten?5 Ist nicht gegen Moses Amalek ins Feld gerückt6, und haben nicht die Amorrhäer sich gegen ihn gestellt?7 Haben nicht die Einwohner von Jericho gegen Josue, den Sohn des Nave, gekämpft?8 Und haben jemals die Heidenvölker eine freundschaftliche Stellung Israel gegenüber eingenommen? Wer nun der ist, auf den die Völker ihre Hoffnung gesetzt haben, das muß man nachsehen. Da muß er sein, da ja der Prophet unmöglich lügen kann. Wo hat aber je einer der heiligen Propheten oder alten Patriarchen zum Heil der Welt den Kreuzestod erduldet, oder wurde verwundet und hinweggerafft zur Genesung aller? Wann ging ein Gerechter oder König hinab nach Ägypten, und stürzten bei dessen Ankunft die Götzen der Ägypter zusammen? Abraham ging hinab; aber der Götzendienst blieb über all nach wie vor. Moses ist dort geboren worden, und trotzdem verblieben die Verirrten dort bei ihrem Götzenkult.

1: 2. Kön. 11, 21.
2: 2. Kön. 22, 1. Laut dieser Stelle wäre er acht Jahre alt gewesen.
3: 2 Kön. 8, 2-3.
4: 2 Kön. 23, 29 = 2 Chron. 35, 20-22.
5: 2 Kön. c. 19 = 2 Chron. c. 32.
6: Exod. c. 17.
7: Num. 21, 21-24.
8: Jos. c. 6.

 

 

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Inhaltsverzeichnis
Einleitung zu "Gegen die Heiden" und "Über die Menschwerdung"
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger