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Athanasius (295-373) - Über die Menschwerdung des Logos und dessen leibliche Erscheinung unter uns (De incarnatione Verbi)

34.

Auch sein Tod ist nicht vergessen worden, sondern er wird sogar recht deutlich in den göttlichen Schriften angekündigt. Ja, auch die Ursache des Todes, daß er ihn nämlich nicht seinetwegen, sondern um der Unsterblichkeit und des Heiles aller willen erduldet, den Anschlag der Juden und ihre Freveltaten wider ihn haben sie ungescheut erzählt, damit niemand die künftigen Geschehnisse außer acht lasse und in Irrtum gerate. Sie sagen nämlich: "Ein Mensch, der verwundet ist und die Schwachheit tragen kann, weil sein Antlitz abgewandt ist. Er wurde entehrt und nicht beachtet. Er trägt unsere Sünden und leidet für uns. Wir dachten uns ihn in der Strafe, unter der Zuchtrute und im Elend. Er aber ward verwundet um unserer Missetaten willen, und um unserer Sünden willen ist er zerschlagen. Unseres Friedens wegen liegt die Züchtigung auf ihm, und durch seine Wunden werden wir geheilt"1. Staune ob der Liebe des Logos zu den Menschen, da er unsertwegen sich Entehrung gefallen läßt, damit wir zu Ehren gelangen. "Denn wir alle", heißt es, "sind wie Schafe in die Irre gegangen; der Mensch ist von seinem Wege abgekommen; und der Herr hat ihn unseren Sünden überliefert. Obschon mißhandelt, öffnet er seinen Mund nicht. Wie ein Schaf ward er zur Schlachtbank geführt und stumm wie ein Lamm vor dem, der es schert, öffnet er seinen Mund nicht. In seiner Erniedrigung wurde sein Urteil aufgehoben"2. Dann aber kommt die Schrift, um zu verhüten, daß man wegen seines Leidens ihn für einen gewöhnlichen Menschen halte, den Meinungen der Menschen zuvor und erinnert an seine erhabene Macht und seine uns ungleiche Natur mit den Worten: "Wer wird seine Geburt erklären. Denn sein Leben wird von der Erde hinweggenommen. Für die Ungerechtigkeiten des Volkes wurde er in den Tod geführt. Und ich will [S. 646] ihm die Bösewichte für sein Begräbnis geben und die Reichen für seinen Tod. Denn er hat keine Missetat begangen, und kein Trug ward gefunden in seinem Munde, Und der Herr will ihn reinigen von seiner Wunde"3.

1: Is. 53, 3-5.
2: Is. 53, 7. 8; Apg. 8, 32.33.
3: Is. 53, 8-10.

 

 

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Inhaltsverzeichnis
Einleitung zu "Gegen die Heiden" und "Über die Menschwerdung"
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger