Titel newsletter aktuell suche Titel werke start
Athanasius (295-373) - Über die Menschwerdung des Logos und dessen leibliche Erscheinung unter uns (De incarnatione Verbi)

31.

Doch ein gewichtiger Beweis, mit dem die, welche nicht an die Auferstehung glauben, wider sich selbst operieren, liegt darin, daß alle Dämonen und die von ihnen angebeteten Götter den von ihnen totgesagten Christus nicht verfolgen, sondern im Gegenteil Christus diese als tot erweist. Denn wenn es wahr ist, daß der Tote nichts mehr leistet, der Heiland aber tagtäglich soviel fertig bringt, zum Glauben führt, zur Tugend beredet, die Unsterblichkeit lehrt, zur Sehnsucht nach himmlischen Gütern anspornt, die Erkenntnis seines Vaters offenbart, die (nötige) Kraft gegen den Tod einflößt, einem jeden sich zu erkennen gibt, die Gottlosigkeit des Götzenkultes beseitigt, während die Götter und Dämonen der Ungläubigen von alledem nichts vermögen, sondern vielmehr mit der Gegenwart Christi tot umsinken, da sie ja nur ein leeres, eitles Trugbild bieten, wenn vor dem Zeichen des Kreuzes jegliche Zauberei weichen muß und kein Zaubermittel mehr wirken will, alle Götzen vereinsamt und verlassen werden, wenn alle tierische Lustbarkeit ein Ende nimmt und ein jeder von der Erde zum Himmel aufschaut, - wen könnte man da wohl totsprechen? Etwa Christum, der so Großes vollbringt? Aber es liegt doch nicht in der Macht des Toten, eine Wirksamkeit zu entfalten. Oder den, der überhaupt nichts leistet, sondern wie leblos daliegt, wie dies der Fall ist bei den leichengleichen Dämonen und Götzen? Denn der Sohn Gottes, der lebt und tätig ist, wirkt tagtäglich und wirkt das Heil aller. Der [S. 642] Tod aber verrät sich selbst Tag für Tag in seiner Ohnmacht, und die Götzen und Dämonen sieht man geradezu aussterben. So kann also daraufhin niemand mehr an der Auferstehung seines Leibes zweifeln. Wer aber an die Auferstehung des Leibes des Herrn nicht glaubt, der scheint die Macht des Logos und der Weisheit Gottes nicht zu kennen. Denn wenn er überhaupt einen Leib annahm und diesen in richtiger Konsequenz sich zu eigen machte, wie unsere Abhandlung gezeigt hat, was hätte denn der Herr mit ihm anfangen sollen? Oder welches Ende hätte der Leib nehmen sollen, nachdem einmal der Logos bei ihm Einkehr genommen hatte? Nicht sterben war ein Ding der Unmöglichkeit, da er ja sterblich war und für alle in den Tod dahingegeben werden sollte, weshalb auch der Heiland ihn sich zubereitete. Tot durfte er aber auch nicht bleiben, weil er der Tempel des Lebens gewesen war. Deshalb starb er, weil er sterblich war, lebte aber wieder auf, weil das Leben in ihm war, und seiner Auferstehung Zeugen sind die Werke.

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Einleitung zu "Gegen die Heiden" und "Über die Menschwerdung"
Bilder Vorlage

Navigation
. . Mehr
. . 23.
. . 24.
. . 25.
. . 26.
. . 27.
. . 28.
. . 29.
. . 30.
. . 31.
. . 32.
. . 33.
. . 34.
. . 35.
. . 36.
. . 37.
. . 38.
. . 39.
. . Mehr

Titel Top Back Next
 
Kontakt: Griechische Patristik und orientalische Sprachen - Miséricorde - Av. Europe 20 - CH-1700 Fribourg
Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger