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Athanasius (295-373) - Über die Menschwerdung des Logos und dessen leibliche Erscheinung unter uns (De incarnatione Verbi)

29.

Wenn aber durch das Zeichen des Kreuzes und den Glauben an Christus der Tod mit Füßen getreten wird, so ist doch wohl offenbar vor dem Richterstuhl der Wahrheit niemand anders als eben Christus derjenige, der die Trophäen und Siege über den Tod aufzuweisen und ihm die Macht genommen hat. Und wenn der Tod zuvor die Macht hatte und deshalb furchtbar war, aber jetzt nach der Ankunft des Heilandes und dem Tod seines Leibes und der Auferstehung verachtet wird, so ist doch wohl offenbar der Tod eben von Christus, der das Kreuz bestiegen hat, entkräftet und besiegt worden. Denn wie es ganz unzweifelhaft ist, daß, wenn nach der Nacht die Sonne aufgeht und der ganze Erdkreis von ihr beleuchtet wird, eben die Sonne mit ihrem ausstrahlenden Licht auch zugleich die Finsternis verscheucht und alles erleuchtet, so liegt es auch ganz klar [S. 639] am Tag, daß, wenn seit der erlösenden Erscheinung des Heilands im Leibe und seinem Tod am Kreuze der Tod verachtet und mit Füßen getreten wird, es eben der im Fleische erschienene Heiland ist, der den Tod vernichtet hat und tagtäglich in seinen Jüngern Siege über ihn aufzuweisen hat. Wenn man nämlich sieht, wie von Natur schwache Menschen sich in den Tod stürzen und vor seiner Verwesung nicht zurückschaudern noch auch den Weg in die Unterwelt fürchten, sondern hochgemuten Herzens ihn herausfordern, vor den Martern nicht zittern, vielmehr um Christi willen den Gang in den Tod dem Leben hienieden vorziehen, oder wenn man Zeuge davon ist, wie Männer, Frauen und zarte Kinder um ihres christlichen Glaubens willen freudig in den Tod gehen und sich hineinstürzen, - wer wäre da noch so töricht oder so ungläubig, oder wer geistig noch so verblendet, daß er nicht einsähe und bedächte, daß Christus selbst, für den die Menschen das Zeugnis ablegen, den Sieg über den Tod einem jeden verleiht und gibt, indem er ihn ohnmächtig macht in jedem, der den Glauben an ihn hat und das Zeichen des Kreuzes trägt? Auch wer eine Schlange zertreten sieht, deren frühere Wildheit er vielleicht besonders gut kannte, zweifelt weiter nicht mehr, daß sie tot und ganz ohnmächtig geworden ist, er müßte denn nur geistig verrückt geworden sein und nicht einmal die gesunden leiblichen Sinne haben. Und wenn man Kinder einen Löwen necken sieht, weiß man dann nicht, daß er tot ist oder doch alle seine Kraft verloren hat? So gut man nun hier von der Wirklichkeit mit seinen Augen sich überzeugen kann, so soll angesichts des Spottes und der Verachtung des Todes auf Seiten der Christusgläubigen niemand mehr zweifeln und auch der Wahrheit sich nicht verschließen, daß der Tod von Christus überwunden und seine Verwesung aufgehoben und beendigt ist.

 

 

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Inhaltsverzeichnis
Einleitung zu "Gegen die Heiden" und "Über die Menschwerdung"
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger