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Athanasius (295-373) - Über die Menschwerdung des Logos und dessen leibliche Erscheinung unter uns (De incarnatione Verbi)

26.

Recht und billig also war sein Tod am Kreuze für uns. Seine Begründung hat sich in allweg als stichhaltig erwiesen und entspricht auch den Forderungen der Vernunft, daß die allgemeine Erlösung nicht anders als durch das Kreuz erfolgen durfte. Denn so ließ er sich selbst am Kreuz nicht unbezeugt, vielmehr hieß er zu allem hier auch die Schöpfung Zeugnis geben für die Gegenwart ihres Schöpfers und erweckte seinen Tempel, den Leib, den er nur vorübergehend ruhen ließ und nur zum Zeichen, daß er eine Leiche geworden im Kampfe mit dem Tod, sofort am dritten Tag und trug als Triumph- und Siegeszeichen über den Tod davon des Leibes Unverweslichkeit und Leidensfreiheit. Wohl hätte er ja unmittelbar nach dem Tode den Leib auferwecken und wieder lebendig zeigen können. Doch auch das hat der Heiland in kluger Voraussicht nicht getan. Denn man hätte mit dem Einwand kommen können, er wäre überhaupt nicht gestorben, oder der Tod hätte sich seiner nicht ganz bemächtigt, wenn er sofort die Auferstehung hätte folgen lassen. Vielleicht wäre auch in dem Falle, daß der Tod und die Auferstehung im gleichen Zeitraum erfolgt wären, die Glorie der Unverweslichkeit nicht zur Geltung gekommen. Um also den Tod seines Leibes zu beweisen, wartete der Logos einen Zwischentag ab und hat dann erst am dritten Tag allen ihn in seiner Unverweslichkeit geoffenbart. Um also den Tod an seinem Leibe zu konstatieren, hat er ihn am dritten Tage auferweckt. Um aber nicht mit einer Auferstehung nach einem längeren Intervall und nach völliger Verwesung (des Leibes) dem Mißtrauen zu begegnen, als trage er nicht denselben, sondern einen anderen Leib - man hätte ja seiner Erscheinung wegen der Länge der Zeit mißtrauen und das Geschehnis vergessen können -, so ließ er es aus diesem Grunde nicht länger als drei Tage anstehen und hielt die, die von seiner Auferstehung gehört hatten, nicht lange hin. Nein, zu einer Zeit, wo seine Rede in ihrem Ohr noch [S. 636] nachklang, ihr Auge noch nach ihm ausschaute und ihre Seele voller Erwartung war, wo die Mörder noch auf Erden lebten und an Ort und Stelle waren und den Tod des Herrenleibes noch bezeugen konnten, da - nach dreitägigem Intervall - hat der Sohn Gottes den erst toten Leib unsterblich und unverweslich geoffenbart. Und so ward allen klar, daß der Leib nicht infolge der Schwäche der Natur des einwohnenden Logos gestorben ist, sondern zum Zweck der Beseitigung seines Todes in der Kraft des Heilandes.

 

 

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Einleitung zu "Gegen die Heiden" und "Über die Menschwerdung"
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger