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Athanasius (295-373) - Über die Menschwerdung des Logos und dessen leibliche Erscheinung unter uns (De incarnatione Verbi)

24.

Auch die etwaigen Äußerungen von anderer Seite müssen wir vorausgreifend widerlegen. Es könnte nämlich vielleicht einer auch mit folgender Behauptung kommen: Mußte sein Tod vor aller Augen und vor Zeugen eintreten, damit die Botschaft von seiner Auferstehung Glauben fände, so hätte er sich doch einen Tod in Ehren ausdenken sollen, um wenigstens der Schmach des Kreuzes zu entgehen. Allein damit hätte er gegen sich den Verdacht wachgerufen, als ob er nicht über jeden Tod Macht hätte, sondern nur über den von ihm erwählten. Und so hätte man gleichwohl wieder eine Ausrede für seinen Unglauben gegenüber der Auferstehung gehabt. Deshalb erfolgte der Tod seines Leibes nicht nach eigener Wahl, sondern auf einen Anschlag hin, damit der Heiland eben den Tod, den sie ihm bereiteten, vernichte, Ein hochgemuter Kämpfer, groß durch Einsicht wie durch Tapferkeit, wählt sich seine Gegner auch nicht selbst, um nicht bei einigen in den Verdacht der Furchtsamkeit zu kommen, sondern [S. 633] überläßt dies dem Belieben der Zuschauer, zumal wenn es seine Feinde sind, um den nächsten Besten, den sie ihm gegenüberstellen, niederzuschmettern und sich so als den allen Überlegenen zu bewähren. Geradeso hat auch das Leben aller, unser Herr und Heiland Jesus Christus, nicht selbst eine Todesart für seinen Leib erdacht, um nicht den Anschein zu erwecken, als bange ihm vor einer anderen. Vielmehr ließ er sich dazu herbei, den Tod, den ihm andere, und zwar gerade seine Feinde als schrecklichen, ehrlosen und furchtbaren ersannen, den Tod am Kreuze, auf sich zu nehmen und zu erdulden, damit er gerade durch dessen Überwindung selbst als das Leben beglaubigt und die Macht des Todes endgültig gebrochen würde. Etwas ganz Wunderbares und Auffallendes ist damit geschehen: Der Tod der Unehre, den sie ihm beizubringen wähnten, der ward zum Siegeszeichen über den Tod selbst. Deshalb litt er auch nicht den Tod des Johannes durch Enthauptung noch wurde er zersägt wie Isaias, damit er auch im Tode den Leib ungeteilt und ganz bewahre und denen keinen Vorwand biete, welche die Kirche spalten wollen.

 

 

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Einleitung zu "Gegen die Heiden" und "Über die Menschwerdung"
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger