Titel newsletter aktuell suche Titel werke start
Athanasius (295-373) - Über die Menschwerdung des Logos und dessen leibliche Erscheinung unter uns (De incarnatione Verbi)

16.

Denn da einmal der Menschengeist in die Sinnenwelt versunken war, so erbot sich der Logos, im Leibe zu erscheinen, um als Mensch die Menschen an sich zu ziehen, ihre Sinne auf sich zu lenken und sie dann mit seinen Werken, die sie ihn in Menschengestalt vollbringen sehen, zur Überzeugung zu führen, daß er nicht nur Mensch, sondern auch Gott, Logos und Weisheit des wahrhaftigen Gottes wäre. Eben das will auch Paulus zu verstehen geben in den Worten: "In der Liebe festgewurzelt und begründet, damit ihr imstande seid, mit allen Heiligen zu begreifen, welches die Breite, Länge, Höhe und Tiefe sei, und zu erkennen, daß die Liebe Christi alle Erkenntnis weit überragt, damit ihr erfüllt werdet zu aller Fülle Gottes"1. Überall hat sich ja der Logos verbreitet, oben und unten, in der Tiefe und in der Breite, oben in der Schöpfung, unten in der Menschwerdung, in der Tiefe in der Unterwelt, in der [S. 623] Breite in der Welt, und so ist alles von der Erkenntnis Gottes angefüllt. Eben deshalb hat er sich auch nicht unmittelbar nach seiner Ankunft mit der Hingabe seines Leibes in den Tod und mit dessen Auferweckung das Opfer für alle dargebracht, weil er sich damit unsichtbar gemacht hätte. Vielmehr hat er im Leibe sich sichtbar gemacht, indem er in ihm verweilte und solche Werke vollbrachte und Zeichen wirkte, die ihn nicht mehr als Menschen, sondern als Gott-Logos offenbarten. Zwei Liebesdienste erwies uns der Heiland durch seine Menschwerdung, einmal, daß er den Tod von uns hinwegnahm und uns erneuerte, und daß er, an sich nicht wahrnehmbar noch sichtbar, durch seine Werke sich kundgab und sich als den Logos des Vaters, als den Lenker und König des Alls zu erkennen gab.

1: Eph. 8, 17-19.

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Einleitung zu "Gegen die Heiden" und "Über die Menschwerdung"
Bilder Vorlage

Navigation
. . Mehr
. . 8.
. . 9.
. . 10.
. . 11.
. . 12.
. . 13.
. . 14.
. . 15.
. . 16.
. . 17.
. . 18.
. . 19.
. . 20.
. . 21.
. . 22.
. . 23.
. . 24.
. . Mehr

Titel Top Back Next
 
Kontakt: Griechische Patristik und orientalische Sprachen - Miséricorde - Av. Europe 20 - CH-1700 Fribourg
Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger