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Ambrosius von Mailand (340-397) - Über die Jungfrauen (De virginibus ad Marcellinam sororem libri tres)
Zweites Buch.
IV. Kapitel. Von einer antiochenischen Märtyr-Jungfrau. Ihr Entschluß zur Jungfräulichkeit macht sie zum Opfer der Verfolgung [22]. Ihrer Standhaftigkeit im Glauben folgt als Strafe die Prostitution [23—27]. Ihre wunderbare Befreiung durch einen Krieger [28—31]. Der beiden Wettstreit um die Märtyrkrone [32]. Beiden fällt sie zu [33].

30.

Während dieser Worte nun zog er den Mantel aus. Noch ließ jedoch sein Gebahren sowohl den Schergen wie den Lüstling vermuten. Die Jungfrau bietet den Nacken, der Krieger den Mantel dar. Welches [S. 358] Schauspiel war das, welch herrlicher Anblick, als sie an der Stätte des Lasters um die Palme des Martyriums stritten! Man stelle sich die Personen gegenüber: einen Krieger und eine Jungfrau, von Natur einander so unähnlich, doch durch Gottes Erbarmen ähnlich! Es sollte sich der Ausspruch erfüllen: „Dann werden Wölfe und Lämmer mitsammen weiden“1. Doch sieh, Lamm und Wolf weiden nicht bloß, sondern opfern sich auch mitsammen! Wozu noch mehr? Nach Vertauschung des Kleides entrinnt das Mädchen dem Fallstrick2, nicht mehr wie von eigenen, nein, wie von geistigen Fittichen getragen, und verläßt, was keine Jahrhunderte je geschaut, als Jungfrau, freilich als Christi Jungfrau, die Stätte der Lust.

1: Is. 65, 25.
2: Ps. 123, 7 [Hebr. Ps. 124, 7].

 

 

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Einleitung: Über die Jungfrauen drei Bücher
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Drittes Buch.

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger