Ambrosius von Mailand (340-397) - Über die Jungfrauen (De virginibus ad Marcellinam sororem libri tres) Erstes Buch. XII. Kapitel. Weder der Widerstand der Eltern noch der Verlust der Vatergüter soll die Jungfrau beirren, den Schleier zu nehmen [62—64]. Das heroische Beispiel einer jungfräulichen Seele [65—66].
62. Gut, wenn elterlicher Eifer einer Jungfrau wie Windeswehen die Flamme keuschen Lebens entfacht: doch rühmlicher der Fall, wenn die Glut des zarten Alters von selbst ohne die schürende Hand von Älteren zum Opferfeuer der Keuschheit sich entflammt. Eltern werden die Mitgift verweigern: doch du hast einen reichen Bräutigam; mit seinem Schatz zufrieden, magst du auf die Erträgnisse des väterlichen Erbes verzichten. Wie unvergleichlich kostbarer denn alle Kostbarkeiten der Mitgift ist doch keusche Armut!
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