Ambrosius von Mailand (340-397) - Über die Jungfrauen (De virginibus ad Marcellinam sororem libri tres) Erstes Buch. IX. Kapitel. Der Gottesgarten der Jungfräulichkeit in der Beleuchtung des Hohen Liedes: sein Blühen und Duften auf der ganzen Welt [44—48]; sein dreifacher Schutz die Kirche [49], der Herr selbst [50]. seine Engel [51]. Das jungfräuliche Leben ein Engelleben, ein Auferstehungsleben auf Erden [52—54].
44. So lege denn Flügel an, Jungfrau, doch Flügel des Geistes! Flieg hinaus über den Sündenbereich, wenn du zu Christus gelangen möchtest! „In der Höhe wohnt er und blickt herab auf das Niedrige“1 . Und seine Gestalt gleicht der Zeder des Libanon, die ihre Krone in die Wolken trägt, ihre Wurzel in die Erde senkt. Denn sein Ursprung entstammt dem Himmel, was er nachmals geworden, der Erde, die Früchte, die er hervorbringt, reifen dem Himmel nahe. Sieh dich um so eifriger um die so köstliche Blume um, ob du sie nicht irgendwo in der Niederung deines Herzens finden kannst! Denn den Demütigen duftet so gern ihr Hauch.
1: Ps. 112, 5 f.
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