Ambrosius von Mailand (340-397) - Über die Jungfrauen (De virginibus ad Marcellinam sororem libri tres) Erstes Buch. VII. Kapitel. Jungfräuliche Kinder ein großes geistiges Gut [Sühnopfer] für die Eltern [32], auch ein größeres irdisches Gut als Enkelkinder [33]. Die Ehe nicht verwerflich: Polemik gegen die Manichäer [34]. Die Güterreihe des jungfräulichen Lebens im Lichte der biblischen Auffassung hoch erhaben über der des Ehestandes: die größere Macht, der kostbarere Reichtum, die herrlichere Schönheit eignet der Braut Christi [35—39].
32. Ihr Eltern habt vernommen, in welchen Tugenden ihr eure Töchter unterweisen, in welchen Lehren ihr sie unterrichten sollt, damit euch die Möglichkeit werde, daß durch deren Verdienste eure Vergehungen gesühnt werden. Eine Jungfrau ist ein Geschenk an Gott, eine Weihegabe der Eltern, ein Priesterdienst der Keuschheit. Eine Jungfrau ist ein Opferlamm der Mutter, täglich dargebracht zur Versöhnung der göttlichen Macht. Eine Jungfrau ist ein unzertrennlicher Liebling der Eltern, der ihnen keine Aussteuersorge macht, durch keine Kränkungen sie beleidigt.
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