Ambrosius von Mailand (340-397) - Über die Jungfrauen (De virginibus ad Marcellinam sororem libri tres) Erstes Buch. III. Kapitel. Das Lob der Jungfräulichkeit: Sie schafft Märtyrer [10], stammt vom Himmel [11]. Ihre typische Bezeugung im Alten Testamente [12], ihre standesmäßige Übung seit Christi Menschwerdung [13].
13. Doch seitdem der Herr in dieser Leiblichkeit erschienen ist und die Vermählung der Gottheit und Menschheit ohne die geringste Makel unreiner Vermischung vollzogen hat, wurde auf dem ganzen Erdkreis die himmlische Lebensführung im menschlichen Leibe heimisch. Das ist jenes Geschlecht, das die Engel bei ihrer Dienstleistung auf Erden1 für die Zukunft deutlich sinnbildeten, das dem Herrn mit der Hingabe eines unbefleckten Leibes seinen Dienst weihen sollte. Das ist jene himmlische Streitschar, welche das Heer der lobsingenden Engel auf Erden in Aussicht stellte2 . So haben wir denn das Alter [des jungfräulichen Lebens] seit Anbeginn bezeugt, die vollkommene, standesmäßige Übung desselben erst seit Christus.
1: Matth. 4, 11. 2: Vgl. Luk. 2, 13 f.
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