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Ambrosius von Mailand (340-397) - Trauerrede auf Kaiser Theodosius d. Gr. (De obitu Theodosii oratio)

10.

Ebenso hielt sich — an einer anderen Stelle, d. i. in den Büchern der Könige — Elisäus im Gebiete von Samaria auf. Da umringte und belagerte ihn plötzlich das Heer der Syrer. Giezi sah sie und sprach zu seinem Herrn: „Mein Herr, was sollen wir tun?“ Und der Prophet Elisäus sprach: „Fürchte dich nicht! Denn bei uns sind mehr als bei den anderen.“ Und er betete, daß der Herr die Augen des Giezi öffnen möchte. Da wurden seine Augen geöffnet, und er sah um Elisäus her den Berg voll Rosse und Wagen. Und Elisäus betete, Gott möchte sie mit Blindheit schlagen, und sie wurden es und zogen in die Stadt, die sie mit sehenden Augen nimmer betreten sollten1. Soldaten rings im Umkreis, ihr habt sicherlich gehört: Wo Unglaube ist, da herrscht Blindheit. Darum war mit Recht das Heer der Ungläubigen blind. Wo aber der Glaube herrscht, da ist das Heer der Engel. Ein großes Gut ist der Glaube: noch in den Toten ist er oft wirksam. So leiden [S. 400] der Widersacher und seine Legionen durch die Wunderkraft der Märtyrer täglich Pein. Darum nennt man auch, wie ich glaube, die Saitenstränge der Zither fides, weil sie, obgleich tot, Töne von sich geben2.

1: 4 Kön. 6, 14 ff. [= 2 Könige].
2: Das latein. Wortspiel (fides = Glaube, bezw. Saite) läßt sich deutsch nicht wiedergeben.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger