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Ambrosius von Mailand (340-397) - Trauerrede auf Kaiser Theodosius d. Gr. (De obitu Theodosii oratio)

30.

Frei und ledig dieser weltlichen Sorgen freut sich Theodosius, ihnen entronnen zu sein und hebt seine Seele empor und lenkt sie hin zu jener ewigen Ruhe. Er beteuert, wie herrlich für ihn gesorgt sei, weil Gott seine Seele dem Tode entrissen1, dem Tode, dem er, von den Fluten der Sünde ruhelos herumgeworfen, in dieser schlüpfrigen Welt so oft ausgesetzt war; weil er desgleichen von seinen Augen die Tränen genommen2; [S. 410] denn „der Schmerz wird fliehen und die Trauer und die Klage“3. Und an einer anderen Stelle lesen wir: „Er wird abwischen jede Träne von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein noch Trauer noch Jammer noch Schmerz“4. Wenn nun der Tod nicht mehr sein wird, wird der Bewohner jener Ruhe auch der Möglichkeit eines Sündenfalles entrückt sein, er wird vielmehr „Gott gefallen im Lande der Lebendigen“5. Denn nicht so ist es dort wie hier, wo der Mensch vom „Leibe des Todes“ umkleidet ist6, der Übertretungen und Sünden zugänglich ist. Das ist also das Land der Lebendigen, wo die Seele weilt, die nach dem Bilde und Gleichnisse Gottes geschaffen ist7, nicht der Leib, aus Lehm gebildet8. Daher kehrt das Fleisch zur Erde zurück9, die Seele eilt der überirdischen Ruhe entgegen. Ihr gilt die Einladung: „Kehre heim, meine Seele, in deine Ruhe!“

1: Ps. 114, 8 [Hebr. Ps. 116, 8].
2: Ps. 114, 8 [Hebr. Ps. 116, 8].
3: Is. 35, 10.
4: Offenb. 21, 4.
5: Ps. 114, 9 [Hebr. Ps. 116, 9].
6: Röm. 7, 24.
7: Gen. 1, 26 f.
8: Gen. 2, 7.
9: Gen. 3, 19.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger