Titel newsletter aktuell suche Titel werke start
Ambrosius von Mailand (340-397) - Trauerrede auf Kaiser Theodosius d. Gr. (De obitu Theodosii oratio)

13.

[S. 401] Einen Gefallen erblickte Theodosius glorreichen Andenkens darin, wenn man ihn um Verzeihung bat; und desto näher stand er der Nachsicht, je mehr die Zorneswallung ihn anwandelte. Ein günstiges Vorzeichen der Vergebung war es, wenn er entrüstet war; und man wünschte an ihm, was man an anderen fürchtete, den Zorn. Das war das Heil der Angeklagten: obschon er über alle Gewalt hatte, wollte er lieber wie ein Vater rügen, denn als Richter strafen. Oft sahen wir Schuldige, die er strenge tadelte, zittern — und sie wurden, ihrer Missetat überführt, von der Schuld freigesprochen, nachdem sie bereits die Hoffnung aufgegeben hatten. Zur Einsicht wollte er sie bringen, nicht sie büßen lassen, ein Richter mit gerechter Wage, doch kein Strafrichter, da er keinem Geständigen die Verzeihung verweigerte. Oder handelte es sich um einen geheimen Gewissensfall, stellte er ihn Gott anheim. Dieses sein Wort fürchteten die Leute mehr als Strafe. Mit so zarter Rücksicht ging hierbei der Kaiser vor, daß er sich die Leute mehr durch Gottesfurcht als durch Menschenfurcht verpflichten wollte.

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Bilder Vorlage

Navigation
. . Mehr
. . 5.
. . 6.
. . 7.
. . 8.
. . 9.
. . 10.
. . 11.
. . 12.
. . 13.
. . 14.
. . 15.
. . 16.
. . 17.
. . 18.
. . 19.
. . 20.
. . 21.
. . Mehr

Titel Top Back Next
 
Kontakt: Griechische Patristik und orientalische Sprachen - Miséricorde - Av. Europe 20 - CH-1700 Fribourg
Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger