Ambrosius von Mailand (340-397) - Trauerrede auf Kaiser Theodosius d. Gr. (De obitu Theodosii oratio)
2. Er nun freilich ging hin, eine Königsherrschaft anzutreten1 , die er nicht niederlegte, sondern nur vertauschte, kraft seiner Frömmigkeit in die Gezelte Christi aufgenommen, in jenes himmlische Jerusalem, wo er jetzt weilt und spricht: „Wie wir's vernommen, so haben wir's auch geschaut in der Stadt des Herrn der Heerscharen, in der Stadt unseres Gottes, die Gott auf ewig gegründet“2 . Aber so viele ließ er gleichsam des väterlichen Schutzes beraubt zurück, und in erster Linie seine Söhne. Doch nein, sie sind dessen nicht beraubt: er ließ sie ja als Erben seines Frommsinns zurück; sie sind dessen nicht beraubt: er erwarb ihnen ja Christi Gnade und des Heeres Treue. Gerade letzterem lieferte er den Beweis, daß der Herr die Frömmigkeit segnet, die Gottlosigkeit straft.
1: Vgl. Luk. 19, 12 2: Ps. 47, 9
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