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Liturgien, Griechische - Die Messe der vorgeheiligten Elemente

Messe der Gläubigen.

Gebete für die Gläubigen.

Erstes Gebet für die Gläubigen.

Großer und gepriesener Gott! Der Du durch den lebendigmachenden Tod Deines Christus uns von dem Stande der Verweslichkeit in den Stand der Unverweslichkeit versetzt hast, befreie all unsere Gefühle von dem Tode der Leidenschaft und stelle für sie einen guten Führer, die innere Vernunft, auf. Das Auge wende sich von jedem schlechten Blicke ab, das Gehör sei unnützen Reden unzugänglich, die Zunge bleibe rein von ungeziemenden Gesprächen! Heilige unsere Lippen, daß sie Dich loben; Herr, mache, daß unsere Hände sich von schlechten Werken enthalten und nur Dir Wohlgefälliges verrichten und verleih durch Deine Gnade all unsern Gliedern und unserer Gesinnung unwandelbare Festigkeit.

Laut:
Denn Dir gebührt aller Ruhm, Ehre und Anbetung, dem Vater, dem Sohne und dem Heiligen Geiste, jetzt und allezeit und in alle Ewigkeit.

[S. 289] Zweites Gebet für die Gläubigen.

Heiliger, allgütiger Herr, dringend bitten wir Dich, den Erbarmungsreichen, uns Sündern gnädig zu sein und uns des Empfanges Deines eingeborenen Sohnes, unseres Gottes, des Königs der Herrlichkeit, würdig zu machen. Denn siehe, sein unbefleckter Leib und sein lebendigmachendes Blut erscheinen in dieser Stunde und sollen auf diesen geheimnisvollen Tisch gelegt werden; von einer zahlreichen himmlischen Heerschar werden sie begleitet. Verleihe uns, sie nicht zum Gerichte zu empfangen, damit unser Geistesauge durch sie erleuchtet werde und wir Kinder des Lichtes und des Tages werden.

Laut:
Durch die Gnade Deines Christus, durch welchen Du gepriesen bist samt Deinem allheiligen, guten und lebendigmachenden Geiste, jetzt und allezeit und in alle Ewigkeit.

(Der große Eingang.)

Die vorliegenden heiligen Gaben werden von der Sakristei auf den Altar getragen.

Nach der Einführung der göttlichen Gaben werden sogleich die Türen geschlossen und der Priester bedeckt sie mit der obersten Hülle, welche der Gebrauch auch Aër nennt.

Das Volk aber beginnt sogleich zu singen:
Jetzt beten mit uns die himmlischen Mächte unsichtbar an; siehe, herein kommt der König der Herrlichkeit; siehe, das geheimnisvolle vollendete Opfer wird feierlich eingeführt, mit Glauben und Furcht wollen wir hinzutreten, um Genossen des ewigen Lebens zu werden. Alleluja.

(Gebete vor der heiligen Kommunion.)

Der Diakon spricht:
Für die vorgelegten und vorher geheiligten kostbaren Gaben: lasset uns den Herrn bitten.

[S. 290] Daß unser menschenfreundlicher Gott sie auf seinen heiligen, überhimmlischen und geistigen Altar zur Lieblichkeit geistigen Wohlgeruches aufnehme und uns dafür die göttliche Gnade und die Gabe des Heiligen Geistes herabsende: lasset uns bitten.

Daß wir von aller Trübsal, Zorn und Not befreit werden: lasset uns den Herrn bitten.

Unterstütze, rette, bemitleide und bewahre uns, o Gott, durch Deine Gnade.

Daß wir den ganzen Abend vollkommen, heilig, friedlich und sündelos zubringen: lasset uns vom Herrn erbitten.

Den Engel des Friedens, den treuen Führer, den Beschützer unserer Seelen und Leiber: lasset uns vom Herrn erbitten.

Was für unsere Seele schön und nützlich ist und Frieden für die Welt: lasset uns vom Herrn erbitten.

Verzeihung und Nachlassung unserer Sünden und Fehltritte: lasset uns vom Herrn erbitten.

Daß wir die übrige Zeit unseres Lebens in Frieden und Buße vollenden: lasset uns vom Herrn erbitten.

Ein christliches, schmerzloses, rühmliches und friedliches Ende unseres Lebens und eine gute Rechtfertigung vor dem furchtbaren Richterstuhle: lasset uns vom Herrn erbitten.

Um Einheit des Glaubens und Gemeinschaft des allheiligen und angebeteten Geistes bittend, wollen wir gegenseitig uns selbst und unser ganzes Leben Christus, unserm Gotte, empfehlen.

Der Priester betet (indessen) leise:
Gott der unaussprechlichen und unschaubaren Geheimnisse, bei dem die Schätze der Weisheit und Erkenntnis verborgen sind, Du hast uns den Dienst dieser Liturgie geoffenbart und nach Deiner großen Menschenfreundlichkeit uns Sünder aufgestellt, Dir Geschenke und Opfer für unsere Sünden und die Unkenntnis des Volkes darzubringen. Siehe selbst, o unsichtbarer König, der Du Großes und Unerforschliches, Herrliches und Wunderbares wirkst, auf uns, Deine unwürdigen Knechte, die wir an dem Throne der Cherubim, an Deinem Altare stehen, auf dem Dein eingeborener Sohn, [S. 291] unser Herr, vermittelst der vorliegenden furchtbaren Geheimnisse ruht. Befreie uns und das gläubige Volk von jeder Unreinigkeit und heilige unser aller Seelen und Leiber durch unentziehbare Heiligung, damit wir mit reinem Gewissen, mit unbeschämtem Angesichte und mit erleuchtetem Herzen an diesen göttlichen Heiligungsmitteln teilnehmen und, von ihnen belebt, mit Christus selbst, unserm wahren Gotte, vereiniget werden. Dieser hat ja gesprochen: „Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm.“ Dadurch, daß Dein Wort, o Herr, in uns wohnt und wirkt, sollen wir ein Tempel Deines allheiligen und angebeteten Christus sein, von jeder Nachstellung des Teufels, mag sie in Werken oder Worten oder in Gedanken ihren Einfluß äußern, befreit werden und mit allen Heiligen, die Dir von Anfang an gefallen haben, die uns verheißenen Güter erlangen.

Laut:
Und würdige uns, Herr, mit Vertrauen und ohne Schuld es zu wagen, Dich, unsern himmlischen Vater, anzurufen und zu sprechen:

Das Volk:
Vater unser, der Du bist in dem Himmel u. s. w.

Der Priester laut:
Denn Dein ist das Reich und die Macht und die Herrlichkeit, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, jetzt und allezeit und in alle Ewigkeit.

Das Volk:
Amen.

(Inklinationsgebet.)

Der Priester:
Friede allen!

Das Volk:
Und Deinem Geiste.

Der Diakon:
Lasset uns unsere Häupter vor Gott beugen!

Der Priester betet:
Allein gütiger und barmherziger Gott, der Du in der Höhe wohnst und auf das Niedrige herabsiehst, siehe mit barmherzigen Augen auf Dein ganzes Volk und bewahre es. Würdige uns alle, an diesen Deinen [S. 292] lebendigmachenden Geheimnissen nicht zum Gerichte teilzunehmen. Denn vor Dir haben wir unsere Häupter gebeugt und erwarten von Dir reiches Erbarmen.

Lautes Gebet:
Durch die Gnade, Barmherzigkeit und Menschenliebe Deines eingeborenen Sohnes, mit dem Du gepriesen bist samt Deinem allheiligen, guten und lebendigmachenden Geiste, jetzt und allezeit und in alle Ewigkeit.

Das Volk:
Amen.

(Elevation.)

Der Diakon:
Lasset uns aufmerken!

In der Stunde der Elevation nimmt der Priester nicht die Hülle weg, sondern unterhalb derselben erhebt er das Brot und spricht:
Das vorher Geheiligte den Heiligen.

Das Volk:
Einer ist heilig, Einer, der Herr Jesus Christus, zur Ehre Gottes des Vaters.

Dann wird der Aër hinweggenommen. Aus diesen und andern Kennzeichen wird sowohl das eben geweihte als das vorher geheiligte geheimnisvolle Opfer kundgetan als eine Weihe, geeinigt durch die Verbindung des Kreuzes (Brot) und des heiligen Blutes.

(Kommunion.)

Gebet nach der Kommunion.

Wir danken Dir, Gott, dem Retter des All, für alle Güter, die Du uns gegeben hast und für den Empfang des heiligen Leibes und Blutes Deines Christus. Wir bitten Dich, menschenfreundlicher Herr, bewahre uns unter dem Schutze Deiner Flügel. Verleihe uns bis zum letzten Atemzuge, zur Erleuchtung der Seele und des Leibes und zur Erbschaft des Himmelreiches, würdig an Deinen Heiligtümern teilzunehmen.

[S. 293] Lautes Gebet:
Denn Du bist unsere Heiligung und zu Dir senden wir Preis empor, zum Vater, zum Sohne und zum Heiligen Geiste, jetzt und allezeit und in alle Ewigkeit. Amen.

Nach der eigenen Kommunion vollendet der die Liturgie Feiernde dieselbe:
so wie ich als Kind vor Dir gestanden, führe ich auch diejenigen vor, die ich auf der Höhe stehen sah.

Dann die laute Einladung zur Kommunion der Brüder, die zu kommunizieren berufen werden:
Mit Gottesfurcht, mit Glauben und Liebe tretet herzu.

Nach der Kommunion der Brüder wird gesprochen:
Rette, o Herr, Dein Volk, und segne Dein Erbe.

Und er macht dazu das göttliche Zeichen des kostbaren Kreuzes.

Die göttlichen Gaben werden keineswegs auf den göttlichen Tisch gestellt, sondern sofort erfolgt ihre Niederlegung auf den Rüsttisch und das Zuschließen der göttlichen Türen.

(Entlassung.)

Der Diakon:
Im Frieden lasset uns gehen.

Das Volk:
Im Namen des Herrn.

Gebet hinter dem Ambon zu der Präsanktifikaten-Messe:
Allmächtiger Herr und Gott! Du hast die ganze Schöpfung in Weisheit gebildet, Du hast uns durch Deine unaussprechliche Vorsehung und durch Deinen freien Entschluß bis zu diesem hochehrwürdigen Tage erhalten, zur Reinigung unserer Seelen und Leiber, zur Enthaltsamkeit von Leidenschaften und zur Hoffnung der Auferstehung. Nach vierzig Tagen hast Du die Gesetzestafeln mit von Gott geschriebenen Buchstaben Deinem Diener Moses gegeben, verleihe auch uns, Gütiger, den guten Kampf zu kämpfen, den Lauf der Fasten [S. 294] zu vollenden, den Glauben vollständig zu bewahren, die Köpfe der unsichtbaren Schlangen zu zertreten, Sieger über die Sünde zu werden und nicht zum Gerichte die Auferstehung der Heiligen anbetend zu erwarten. Denn heilig ist der Name des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, jetzt und allezeit und in alle Ewigkeit. Amen.

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Einleitung: Die kleinasiatisch-byzantinischen Liturgien
Vorwort zu den Liturgen
Einleitung zu den Liturgen
Allgemeine Bemerkungen zu den Griechischen Liturgien
Einleitung: Die orientalische Messe der vorgeheiligten Elemente
Bilder Vorlage

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger