Titel newsletter aktuell suche Titel werke start
Apostolische Väter - Der Hirte des Hermas
II. Gebote

Viertes Gebot

1. Kap. Bewahre die Keuschheit!

1. „Ich gebiete dir“, fuhr er fort, „die Keuschheit zu bewahren, und es soll in deinem Herzen keine Begierde <206> aufsteigen nach dem Weibe eines anderen oder nach einer unzüchtigen Handlung oder sonst einer derartigen Schlechtigkeit. Wenn du nämlich dies tust, begehst du eine große Sünde. Wenn du aber allezeit an deine eigene Frau denkst, so sündigst du niemals. 2. Wenn nämlich jene Begierde in deinem Herzen aufsteigt, sündigst du, und auch wenn sonst solche schlechte Dinge (in deinem Herzen aufsteigen), begehst du eine Sünde; denn eine solche Begierde ist für einen Diener Gottes eine große Sünde; wenn aber einer diese böse Tat vollbringt, dann zieht er sich den Tod zu. 3. Siehe also du zu! Enthalte dich von dieser Begierde; wo immer nämlich die Heiligkeit zu Hause ist, dort darf die Sünde nicht in das Herz eines gerechten Mannes kommen.“ 4. Ich erwiderte ihm: „Herr, gestatte mir, einige Fragen an dich zu richten.“ „Rede“, sprach er. „Wenn“, so sprach ich, „wenn, o Herr, einer eine im Herrn gläubige Frau hat und diese bei einem Ehebruch ertappt, sündigt der Mann, wenn er weiter mit ihr zusammenlebt?“ 5. „Solange er nichts davon weiß“, antwortete er, „sündigt er nicht; wenn aber der Mann von ihrer Sünde Kenntnis erhalten hat und wenn sich die Frau nicht bekehrt, sondern in ihrer ehelichen Untreue verharrt und der Mann mit ihr zusammenlebt, dann bekommt er Teil an ihrer Sünde und ist mitschuldig an ihrem Ehebruch.“ 6. „Was nun, o Herr“, fragte ich weiter, „soll der Mann tun, wenn die Frau in dieser Leidenschaft verharrt?“ „Dann soll er sie entlassen“, sagte er, „und der Mann soll für sich bleiben; wenn er aber seine Frau entlässt und eine andere heiratet, dann bricht er selbst die Ehe1.“ 7. „Wenn nun, Herr“, sagte ich, „die Frau nach ihrer Entlassung sich bekehrt und zu ihrem rechten Manne zurückkehren will, darf sie nicht aufgenommen werden?“ 8. „Aber freilich“, antwortete er; „wenn der Mann sie nicht wieder aufnimmt, sündigt er, und zwar zieht er sich eine große Sünde zu; vielmehr muss man den Sünder, der Buße tut, aufnehmen, aber nicht mehrere mal; denn für die Diener Gottes gibt es nur eine einzige Buße. Wegen der Buße nun darf der Mann [S. 207] nicht (eine andere) heiraten. Diese Vorschrift gilt für Mann und Weib. 9. Es ist nicht nur Ehebruch, wenn einer sein eigenes Fleisch befleckt, sondern die Ehe bricht auch der, welcher Ähnliches tut wie die Heiden2. Wenn also einer in solchen Werken verharrt und sich nicht bekehrt, dann bleibe ihm fern und lebe nicht mit ihm zusammen; andernfalls hast auch du Teil an seiner Sünde. 10. Deshalb habt ihr die Vorschrift erhalten, für euch zu bleiben, Mann wie Weib; es kann nämlich auch in solchen Fällen eine Buße geben. 11. Ich will aber“, fuhr er fort, „damit nicht Anlass geben, dass dieser Fall tatsächlich vorkomme, sondern nur, dass einer, der gesündigt hat, nicht weiter sündige. Für seine frühere Sünde aber gibt es einen, der die Macht hat, Heilung zu geben; er ist ja der, welcher Macht hat über alle Dinge.“

1: Mt 5:32; Mk 10:11; 1 Kor 7:11.
2: Wenn ein christlicher Ehegatte zum Heidentum zurückkehrt, so ist das dem Ehebruch gleich zu achten.

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Einleitung zum Hirte des Hermas
Allgemeine Einleitung
Bilder Vorlage

Navigation
I. Gesichte.
II. Gebote
. Erstes Gebot
. Zweites Gebot
. Drittes Gebot
. Viertes Gebot
. . 1. Kap. Bewahre die ...
. . 2. Kap. Buße ist Erke...
. . 3. Kap. Es gibt eine ...
. . 4. Kap. Die zweite ...
. Fünftes Gebot
. Sechstes Gebot
. Siebtes Gebot
. Achtes Gebot
. Neuntes Gebot
. Zehntes Gebot
. Elftes Gebot
. Zwölftes Gebot
III. Gleichnisse

Titel Top Back Next
 
Kontakt: Griechische Patristik und orientalische Sprachen - Miséricorde - Av. Europe 20 - CH-1700 Fribourg
Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger