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Hieronymus († 420) - Über die beständige Jungfrauschaft Mariens (Adversus Helvidius de perpetua virginitate b. Mariae)

11.

Seine letzte Aufstellung, die er schon im Passus über den Erstgeborenen beweisen wollte, ging dahin, daß in den Evangelien Brüder des Herrn erwähnt werden. So heißt es1 : "Seine Mutter und seine Brüder standen draußen und wollten mit ihm sprechen"2 . Und anderwärts: "Darauf ging er hinab nach Kapharnaum, er mit seiner Mutter und seinen Brüdern"3 . Oder: "Es sprachen seine Brüder zu ihm: Gehe fort von hier und begib dich nach Judäa, damit auch deine Jünger die Werke sehen, die du verrichtest. Denn niemand handelt im Verborgenen, sondern man strebt danach, an die Öffentlichkeit zu treten. Wenn du solche Dinge tust, so offenbare dich der Welt"4 . Johannes fügt dann hinzu: "Denn auch seine Brüder glaubten nicht an ihn"5 . Ähnlich schreiben Markus und Matthäus: "Und er lehrte sie in ihrer Synagoge in seiner Vaterstadt, so daß sie staunten und sagten: "Woher kommen ihm alle diese Weisheit und diese Kräfte? Ist er nicht des Zimmermanns Sohn? Heißt nicht seine Mutter Maria, und leben nicht seine Brüder Jakob und Joseph und Simon und Judas und alle seine Schwestern unter uns?"6 Auch Lukas berichtet in der Apostelgeschichte: "Diese alle verharrten einmütig im Gebet mit den Frauen und mit Maria, der Mutter Jesu, und mit seinen Brüdern"7 Auch der Apostel Paulus tritt in gleichen Worten für die Zuverlässigkeit dieser Tatsache ein: "Gemäß einer Offenbarung zog ich hinauf nach Jerusalem und sah niemanden außer Petrus und Jakobus, den Bruder des Herrn"8 . Und wiederum an einer anderen Stelle: "Haben wir nicht das Recht zu essen und zu trinken? Haben wir nicht das Recht, die Frauen einherzuführen wie die übrigen Apostel und die Brüder des Herrn und Kephas?"9

Damit nun nicht jemand das Zeugnis der Juden, die sogar seine Brüder mit Namen nennen, ablehne und sage, sie hätten sich bezüglich der Brüder in einem, ähnlichen Irrtum befunden wie hinsichtlich des Vaters, hat Helvidius klugerweise vorgebeugt, wenn er sagt10 : "Dieselben Namen werden auch bei anderen Gelegenheiten von dem Evangelisten genannt; die Brüder desHerrn sind identisch mit den Söhnen Maria". Matthäus sagt: "Es befanden sich aber dort [unter dem Kreuze des Herrn] auch viele Frauen, die von weitem zusahen. Sie waren Jesus aus Galiläa gefolgt, um ihm zu dienen. Zu ihnen gehörten Maria Magdalena und Maria, die Mutter des Jakobus und des Joseph, sowie die Mutter der Söhne des Zebedäus"11 . Ebenso schreibt Markus: "Es waren aber auch Frauen zugegen, die aus der Ferne zuschauten. Unter ihnen befand sich Maria Magdalena, Maria, die Mutter Jakobus des Jüngeren und Josephs, und Salome"12 , und kurz darauf lesen wir: "Und noch viele andere, die mit ihm hinaufgezogen waren nach Jerusalem"13 . Auch Lukas berichtet: "Es-waren aber Maria Magdalena und Johanna, sowie Maria, des Jakobus Mutter, und die übrigen mit ihnen"14 .

1: Zitate des Helvidius.
2: Matth. 12, 46.
3: Joh. 2, 12.
4: Joh. 7, 3 f.
5: Joh. 7, 5.
6: Matth. 13, 51-56; Mark. 6, 2 f.
7: Apg. 1, 14.
8: Gal. 1, 18 f.
9: 1 Kor. 9, 4 f.
10: Zitate aus Helvidius bis zum Schluß dieses Kapitels.
11: Matth. 27, 55 f
12: Mark. 25, 40.
13: Mark. 25. 41.
14: Luk. 24, 10.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger