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Armenische Väter - Wider die Irrlehren (De Deo)
Viertes Buch: Widerlegung der Sekte des Marcion.

14.

Alles dies wurde über die Sekte des Marcion gesagt, welche die Ehe und den Fleischgenuß verwerfen. Sie verpflichteten sich samt den Weltleuten zur Jungfräulichkeit, strafen aber das Gelübde Lügen. Denn indem sie der Begierlichkeit nicht Stand halten können, unterziehen sie dieselben ein zweites Mal der Buße.

Wenn sie nun dem Gesetze nicht glauben wollen, welches sagt: Es wird der Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seinem Weibe folgen und sie werden beide zu einem Leibe, warum sollen sie Jesus nicht folgen, der dasselbe bestätigt und hinzufügt: „Was Gott verbunden hat, soll der Mensch nicht trennen“ (Matth. 19, 6) 1. Für die Gläubigen, welche die Wahrheit darstellen wollen, ist die erste Aufgabe nun die, daß sie die Dinge, so wie sie sind, bekennen, und wenn sie dann auserwählt in der Tugend werden, so ist dies annehmbar. Und nicht (soll man es machen) wie jene, welche große Dinge vorgeben, wie wenn wir von der Taufe an schon durch Gelübde uns der Enthaltsamkeit von Fleisch und Ehe hingeben, dann aber die Gelübde brechen und der Buße sich unterziehen.

Und wenn du fragst, ob beim Guten (Gott) Qualen beständen, sagen sie: Es bestehen keine. Ja, wenn keine [S. 176] Furcht vor den Qualen wäre, wozu wäre dann die Buße? Ist nicht wahrlich offenbar, daß, wenn sie (die Menschen) sich nicht vor Qualen fürchten, sie unterschiedslos in Sünden sind. Es ist doch klar, daß es für den, für welchen es keine Qualen gibt, auch keine Vergeltung besteht.

Allein, sagen sie, wir flöhen doch vor dem Gerechten deshalb, weil er mit furchtbaren Drohungen in seinen Gesetzen droht, nämlich: „Das Feuer ist entfacht in meinem Zorne und es wird brennen bis in die unterste Hölle (Deut. 32, 22 ff.), und: „Alles dies ist aufbewahrt in meinem Schatze“, und außerdem: „Durch Feuer richtet Gott“ (Ps. 16, 3; 65, 10; 2 Petr. 3, 7) [= Ps. 17, 3; 66, 10; 2. Petrus 3, 7]. O ihr Unverständigen und Verirrten, wenn du wegen der furchtbaren Drohungen vom Gott der Gesetze flöhest, wohin solltest du fliehen, da Jesus noch schrecklichere Drohungen als diese ausspricht, ein unauslöschliches Feuer, einen Wurm, der nicht stirbt, und ewige Qualen. Und wenn wir im Alten und Neuen Testament dieselben Drohungen und dieselben Versprechungen von Gütern finden, zeigt sich da nicht, daß einer der Geber des Alten und des Neuen ist?

1: Hier fügt E. den Kapitel 12 ausgelassenen Text bis „Fisch aber nicht Fleisch.“

 

 

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Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Allgemeine Einleitung. Die patrologische Literatur der Armenier Eznik von Kolb, Wider die Irrlehren
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger