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Armenische Väter - Wider die Irrlehren (De Deo)
Viertes Buch: Widerlegung der Sekte des Marcion.

13.

Weshalb, so sagen sie, sind dann immerhin euere durch Gelübde Geweihten enthaltsam vom Fleische?

Unsere in Gelübden Lebenden enthalten sich nicht deshalb von Speisen, weil sie diese Speisen für unrein hielten, und (glaubten), sie wären von einer Materie gleich als von etwas Bösem. Wenn sie deshalb sich den Gelübden zugewandt hätten, weil sie Speisen für unrein hielten, dann zählte ihr Gelübdestand gar nicht als Gelübdestand. Sie enthalten sich vielmehr von Speisen, damit sie die Reinheit, welche sie zu bewahren sich vorgenommen haben, leichter bewahren.

Deshalb haben auch unsere Väter, die heiligen Bischöfe, Verordnung getroffen, daß wenn ein Gläubiger kein Fleisch esse und wenn er von Gemüsen nicht essen will, die mit Fleisch gekocht sind, so sei er im Banne 1. Weshalb? Damit man die von Gott gegebenen Speisen nicht für verwerflich halte und damit man nicht durch unangemessenen Stolz schade, gleich als wäre deshalb jemand besser als die anderen Menschen.

Auch die Jungfrauen in der heiligen Kirche bewahren nicht deswegen die Jungfräulichkeit, als ob sie die von Gott eingesetzte Ehe für Unreinheit hielten wie Marcion und Mani und die Messalianer 2. Denn wenn sie in diesem Geiste sich den Gelübden zugewandt hätten, dann wäre auch die Jungfräulichkeit nicht wahre [S. 175] Jungfräulichkeit. Allein zum Zwecke größerer Liebe Gottes enthalten sie sich auch von guten Geschöpfen Gottes, auf daß sie den Engeln Gottes ähnlich sich zeigen, wo es weder Mann noch Weib gibt, und auf Erden dieselbe Tugend (bewahrten). Das geschieht nach dem Worte: „Es gibt Verschnittene, welche sich selbst zu Verschnittenen gemacht haben um des Himmelreiches willen, zu werden in der Auferstehung wie die Engel Gottes“ (Matth. 19, 12). Und der Apostel, ein glaubwürdiger Mann, ruft nach Jungfrauen. Allein hinblickend auf die Natur, wagt er es nicht, einen offenen Befehl zu geben, sondern ermuntert nur dazu durch seinen Hinweis (Apg. 7, 25; 1 Kor. 7, 7) [= nur 1. Kor. 7, 7], wie auch der Herr nur einen Hinweis gibt, aber nicht zwingt.

1: In der Schrift: Die katholische Kirche in Armenien, ihre Begründung und Entwicklung vor der Trennung (Freiburg 1903) hat der Übersetzer dieses Werkes von Eznik S. 297 mit Berufung auf Faustus von Byzanz IV, 4 geschrieben: „Der Genuß des Fleisches und des Blutes der Tiere wurde (auf der Synode von Aschtischat) gänzlich verboten.“ Dieses Wort geht zu weit. Verboten wurde das Fleisch von Gefallenen und der Genuß des Blutes in Anlehnung an das apostolische Speisegesetz. Ebenso ist die Auffassung von Langlois (Collection des historiens anciens et modernes de l'Armenic I, S. 239 zu korrigieren, an welche die berührte Angabe sich anschloß.
2: Vgl. darüber S. Weber, Die katholische Kirche in Armenien, Freiburg 1903, S. 424.

 

 

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Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Allgemeine Einleitung. Die patrologische Literatur der Armenier Eznik von Kolb, Wider die Irrlehren
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger