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Armenische Väter - Wider die Irrlehren (De Deo)
Viertes Buch: Widerlegung der Sekte des Marcion.

11.

Wenn dann ferner ein Fremder die Macht hatte, wie Marcion sagt, die Seelen aus den Qualen zu erlösen, weshalb hat er nicht mit Gewalt Hand angelegt und die Seelen der Gequälten an sich gezogen, sondern ließ es zuerst zu, daß sie gequält wurden und befreite sie erst nachher, ja auch das nicht mit offenem Mut, sondern mit List und um den Kaufpreis des Blutes?

Sie erwidern: Er tat das aus Barmherzigkeit. Als er die Seelen der Gequälten in der Hölle in Bedrängnis sah, sandte er seinen Sohn aus, sie zu befreien. Wenn er nun diese befreite, was sollten die späteren tun, welche in dieselbe Hölle fallen mußten? Tat er aus Barmherzigkeit, was er tat, daß er doch die Ankunft seines Sohnes bewahrt hätte bis ans Ende der Welt und ihn dann gesandt hätte, damit er an allen Barmherzigkeit geübt und alle zum Leben geführt hätte, statt zu eilen und ihn in der Mitte der Zeiten zu schicken! So war für die letzten, welche dorthin gerieten, keine Möglichkeit mehr, frei zu werden. Denn von nun ab hütet sie der Quäler.

[S. 168] Jedoch sie irren sehr und vergessen, daß es keinen schlechten Baum gibt, der gute Früchte bringt, und daß man keine Trauben an den Dornen und keine Feigen von den Disteln sammelt“ (Luk. 6, 43. 44), und daß ein jeder das Seine empfängt.

Eine weitere ihrer Behauptungen lautet: Die Hölle nimmt das Leben nicht auf; deshalb kam er ans Kreuz, damit er als ein Toter hinabsteige und ihn die Hölle aufnehme.

Wird also niemand lebend dorthin geschickt, weder ein sündiger Mensch, noch Satan und die Dämonen im Leben? Wenn dem so wäre, würden auch diese nicht aufgenommen. Wohin ging aber nun Jesus als Toter? Etwa in das irdische Grab, das die Schrift Hölle nennt? Wohlan, dort sind keine Seelen und kein Feuer, sie zu quälen. Und wenn sie sagen möchten: In die Hölle ging er als Toter, so sind diese Worte nicht gerechtfertigt. Denn der Apostel gibt nicht zu, daß er zweimal des Todes starb, sondern nur einmal, den Tod des Kreuzes, den er mit seinem Leibe trug und gehorsam wurde bis zum Tode des Kreuzes. Er lehrt nicht, daß ein anderer ihn richtete und ihn in die Hölle stürzte, sondern, daß der Vater ihn in den Tod gab. Und wieder, daß er sich selbst als Lösegeld hingab für die vielen, durch den leiblichen Tod, nicht aber durch Qualen der Seele.

 

 

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Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Allgemeine Einleitung. Die patrologische Literatur der Armenier Eznik von Kolb, Wider die Irrlehren
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger