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Armenische Väter - Wider die Irrlehren (De Deo)

Drittes Buch: Widerlegung der Religion der griechischen Weisen.

1.

1 [S. 129] Der Mond, sagen sie, geht schneller als die Sonne in dreißig Tagen durch alle Sternbilder d. h. über den ganzen Himmel hin, und kommt dann an denselben Ort, die Sonne aber in einem Jahr. Der Himmel dreht sich in einem Tag und einer Nacht um sich und kommt wieder zur selben Stelle. Sieben Sterne allein sind beweglich, die andern alle sind am Himmel befestigt. Die sieben beweglichen Sterne, die Sonne, der Mond und fünf andere Sterne gehen nicht von Osten nach Westen, sondern von Westen nach Osten.

Sie führen ein Beispiel an, das aber nicht zutrifft. Wenn ein Rad sich dreht und eine Ameise auf der Scheibe von Westen nach Osten geht, so scheint es, weil das Rad sich schneller nach der Westseite dreht, daß die Ameise von Osten nach Westen gehe, während sie doch nicht von der Ostseite nach der Westseite, sondern von der Westseite nach der Ostseite geht. Durch das eilige Drehen läßt das Rad es doch so erscheinen.

Und der Himmel, sagen sie, geht ebensoweit, wie er in die Höhe ragt, in die Tiefe, und in derselben Entfernung umgibt er von allen Seiten die Erde. Und die Erde umgibt rings das Wasser, und das Wasser und die Erde die Luft, und die Luft das Wasser und die Erde das Feuer. Und der Mond hat kein eigenes Licht für sich, sondern das Licht kommt zu ihm von der Sonne. Das geht, sagen sie, daraus hervor, daß auf jener Seite, auf welcher die Sonne ist, das Licht auf ihm zu entstehen beginnt, und gemäß der Entfernung [S. 130] der Sonne das Licht auf ihm abnimmt, und gemäß der allmählichen Annäherung das Licht auf ihm wächst, und wenn sie ganz in seine Nähe kommt, ist er voll, und wenn er an der Sonne vorbeigeht, es allmählich abzunehmen beginnt, und in dem Maße, als er sich entfernt, auch auf ihm das Licht abnimmt, bis es gänzlich ausgeht, und wenn er wieder der Sonne begegnet, in ihm wieder ein wenig Licht hervorbricht, der Entfernung wegen, und wenn er sich nähert, das Licht nach und nach wächst.

Der Mond steht auch, sagen sie, tiefer als die Sonne und als alle Sterne. Und da er unterhalb steht, verfinstert sich die Sonne, wenn er ihr gerade gegenüber zu stehen kommt. Und für die Ursachen der Veränderungen der Stoffe der vier Elemente halten sie die Sterne gleichwie lebende Wesen. Alles das lehren sie mit Absicht, um Himmel und Gestirne als lebend und als Götter hinstellen zu können.

1: Die Überschrift des Buches fehlt bei E.

 

 

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Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Allgemeine Einleitung. Die patrologische Literatur der Armenier Eznik von Kolb, Wider die Irrlehren
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger