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Armenische Väter - Wider die Irrlehren (De Deo)
Zweites Buch: Widerlegung des persischen Heidentums.

8.

Ja, beide sind sogar die Ursachen der Geißeln des Bösen geworden, der Mißhandlungen der im Gebiete des Guten geschaffenen Werke des Guten. Denn nach ihrer Angabe hat Ormizd alles, was gut ist, gemacht und gerechte und wohltätige Menschen, und Ahriman alle bösen Geschöpfe und die Dämonen.

Wenn nun die Dämonen Geschöpfe des Bösen und von Natur böse sind, so konnte keiner von ihnen jemals auch nur etwas Gutes denken, und kann dies Ahriman von vornherein nicht. Nun sehen wir aber, daß Ahriman von einem Gute (der Sonne) 1, das (die) unter den Geschöpfen sehr wohltätig ist, wie sie erklären, der Erfinder ist. Denn sie sagen, als er sah, daß Ormizd die schönen Geschöpfe gemacht hatte, aber ihnen kein Licht zu spenden vermochte, da habe er mit den Dämonen den Gedanken beraten und sagte: 2 was nützt es Ormizd, daß er so schöne Geschöpfe schafft, sie aber in Finsternis sich befinden, denn er verstand es nicht, Licht zu schaffen. Wenn er 3 weise wäre, würde er jetzt zu seiner Mutter eingehen, und die Sonne würde als Sohn entstehen, er würde sich zum Lager der Schwester gesellen und es würde der Mond geboren. Und er gab Befehl, daß keiner seinen Gedanken errate. Als dies der Dämon Mahme gehört hatte, ging es eilends zu Ormizd und verriet ihm diesen Gedanken. O der Sinnlosigkeit und faden Dummheit! Wer die Verhältnisse zur Erschaffung von Himmel und Erde und aller Dinge in ihnen zu finden wußte, der konnte nicht das Geringe unter den Veranstaltungen denkend ersinnen. Damit stellen sie nicht nur Ormizd als Tor hin, sondern machen auch den Ahriman zum guten Erfinder der guten Geschöpfe 4.

[S. 97] Demgemäß überliefern sie auch die andere Sage 5, daß Ahriman gesagt habe: nicht, als könnte ich nicht Gutes schaffen, aber ich will nicht. Und um das Wort zu bekräftigen, habe er den Pfau geschaffen. Siehst du, daß er durch seinen Willen böse ist und nicht von Geburt 6.

Was gäbe es nun Glänzenderes, als das Licht, dessen Erfinder Ahriman wurde, oder was Schöneres als den Pfau, den er zum Beweis seiner guten Schöpferkraft gemacht hat. Damit ist offenbar, daß, wenn Ahriman ein von Natur Böser wäre, dann wäre er nicht der Erfinder des Lichtes und nicht der Schöpfer der Schönheit. Ja, wenn die Dämonen von Natur böse wären, wäre es auch Mahme nicht möglich gewesen, der Verkünder der Bedingungen zur Schöpfung des Lichtes zu werden. Noch jetzt bringen ihm die Diener dieser Religion dreimal im Jahre Opfer dar. Deshalb wird ihnen der Vorwurf gemacht von den Gegnern, daß sie Teufelsanbeter sind, und die Dämonen nicht von Natur, sondern mit Willen schlecht sind. Wenn sie selbst den Dämonen opfern, mit welcher Miene möchten sie die Dämonenanbeter verfolgen. Siehst du demgemäß, daß alles, was jene lehren, Fabeleien und leere Erzählungen sind?

1: S. S. K. V.: von einem.
2: „und“ fehlt bei V.
3: S. K.: Ormizd.
4: Nahapetean a. a. O. S. 285: sie machen auch den Ahriman gut, zum Erfinder der guten Geschöpfe.
5: S. K.: ban Wort. V.: ohne Substantiv.
6: Nahapetean a. a. O. S. 286 s. Eznik S. 140, 144 (Vd): von Natur (i bnē).

 

 

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Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Allgemeine Einleitung. Die patrologische Literatur der Armenier Eznik von Kolb, Wider die Irrlehren
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger