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Armenische Väter - Wider die Irrlehren (De Deo)
Zweites Buch: Widerlegung des persischen Heidentums.

26.

Aber auch die Erde, sagen sie, steht im Raum. Und sie machen dazu folgendes Beispiel: Wirf ein Hirsekorn in eine Blase hinein, welche du aufblasen willst; die Luft, welche in der Blase eingeschlossen wird, faßt das Hirsekorn und hält es im Mittelraum; sie läßt es nicht nach oben steigen und nicht nach unten fallen. So macht es auch, sagen sie, die Luft, welche im Himmelsraum eingeschlossen ist. Sie hält die Erde im Gleichgewicht und läßt sie nicht nach oben steigen, noch in die Tiefe stürzen.

Vorerst finden sie ihre Widerlegung in ihren eigenen Worten. Denn sie sagen, was leicht ist, geht nach oben, und alles, was schwer ist, nach unten. Das zeigt auch die Erfahrung. Denn der Rauch und die Ausdünstung der [S. 125] Erde und die Flammen des Feuers gehen nach oben 1, weil sie leicht sind, der Stein aber und das Eisen und das Holz und anderes dieser Art, sinken ihrer Neigung entsprechend nach unten, wie sehr man sie auch zur Höhe wirft. Wenn nun die Luft eine kleine Last nicht in der Höhe halten kann, wieviel weniger ist es der Luft möglich, die große Last der Erde in der Höhe zu halten. Dem Worte Gottes aber, welcher sie über das Nichts stellte, (ist dies möglich).

Wenn jemand zweifeln möchte, wie eine solche Last über das Nichts gestellt werden könne, der betrachte die Feste des Himmels, die auf nichts steht, und er wird gestehen, daß, wer durch sein Wort den Himmel über dem Nichts befestigte, auch die Erde über dem Nichts festgestellt hat. Und sein Befehl hält auch die beiden unbeweglich und fest nach dem Worte: „Er sprach und es geschah“ (Ps. 329) [= Ps.33, 9]. „Er hat befohlen, und sie standen fest.“ „Er hat sie hingestellt für alle Ewigkeit, er hat sein Gebot gegeben, und es wird nicht vergehen“ (Ps. 148, 5. 6).

Eine weitere Behauptung von ihnen ist noch diese: Wenn die Erde über dem Nichts steht, wieso sagt David: „Er hat die Erde festgestellt über den Wassern“ (Ps. 135, 6) [=Ps. 136, 6], und wiederum: ,,Er legte ihren Grund über dem Meer, und über den Flüssen hat er sie bereitet“ (Ps. 23,2) [=Ps. 24, 2].

Wer diese Worte von David vernommen hat, der möge auch die andern von Job und Isaias [Jesaja] hören, denn sie sagen: „Über dem Nichts“ (Job 28, 7; Is. 10, 21 ff.) und jener: „Über den Wassern“. Nicht als wären nun die Bücher (der Heiligen Schrift) miteinander in Widerspruch, nein, was das eine Buch ausgelassen hat, das ergänzt das andere im gleichen Geiste. So sehen wir, daß, was Moses nicht gesagt hat, das haben andere Propheten nachgetragen durch denselben Geist. Moses sagt: „Es erschuf Gott den Menschen aus dem Staub der Erde und hauchte ihm den lebenden Geist ein“ (Gen. 2, 7). Und das „Hauchen“ läßt die Meinung noch offen, ob der Geist ein Geschöpf sei oder nicht. Nun tritt der Prophet Zacharias [Sacharia] [S. 126] auf, von demselben Geiste geleitet, und zeigt die Geschöpflichkeit des Geistes. Er sagt: „Der die Seele des Menschen geschaffen hat, die in ihm ist“ (Zach. 17,1) [=Sach. 12, 1] und Isaias [Jesaja] sagt: „Jeden Geist habe ich erschaffen.“

Ebenso spricht Moses nicht vom Feuer und nicht vom Wasser, nicht von der Luft und nicht vom Blitze, nicht vom Donner und nicht von der Finsternis. Sie sind enthalten in den beiden großen Gefäßen, dem Himmel und der Erde, und da muß man denken, daß alles, was in ihnen sich findet, notwendig mit ihnen erschaffen worden ist, gemäß dem Wort: Gott hat Himmel und Erde und alles, was darin ist, erschaffen.

1: V. i ver koghmn S. K. i verin koghmn n. d. oberen Seite.

 

 

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Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Allgemeine Einleitung. Die patrologische Literatur der Armenier Eznik von Kolb, Wider die Irrlehren
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger