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Armenische Väter - Wider die Irrlehren (De Deo)
Zweites Buch: Widerlegung des persischen Heidentums.

13.

Sterben die Menschen, sagen sie, kraft einer Schicksalsbestimmung oder ohne Schicksalsbestimmung?

Zuerst müssen wir wissen, was Schicksalsbestimmungen sind, und woher der Name Schicksalsbestimmung in die Welt gekommen ist.

[S. 105] Eine feste Schicksalsbestimmung bezüglich des Todes finden wir in den von Gott gegebenen Schriften nirgends. Denn der Herr über Leben und Tod kann seinen Beschluß verkürzen oder verlängern. So hat er bei der Sintflut gesagt: Es sollen die Lebenstage dieser Menschen sein hundertzwanzig Jahre (Gen. 6, 3). Aber wegen der Menge ihrer Übertretungen nahm er von ihnen zwanzig (Jahre) weg. Und ähnlich sagte er zu Adams Zeit: Am Tag, an welchem du von der Frucht des Baumes issest, an demselben sollst du sterben (Gen. 2, 17), und gemäß seiner Güte und wegen der Kindererzeugung und der Fortpflanzung der Menschen in der Welt schenkte er ihm aus Gnade neunhundertunddreißig Jahre (Gen. 5, 5), damit seine schöne Schöpfung nicht gänzlich erlösche. Und dem König Ezechias fügte er wegen seiner Tränen fünfzehn Jahre hinzu [2. Kön.20, 6]. Auch die Stadt der Niniviten zerstörte er ihrer Buße wegen nicht am dritten Tage, wie es sein Prophet verkündigt hatte. [Jona 3, 10]

Und nicht (lehrt sie) wie die chaldäischen Sternendeuter 1, welche die Ursache der Geburt und des Todes den Sternen, als wären sie Lebewesen, entnehmen. Gleichsam in der Stunde der Geburt würde für jeden auch unabänderlich der Todestag festgesetzt. Und demgemäß sei es keinem möglich, das Sterben zu beschleunigen oder es zu verzögern.

Allein dem widersprechen schon die Zufälle des Krieges. Denn an einem Tage fallen Abertausende von Menschen in ganz verschiedenen Lebensaltern, die einen im Knabenalter, die anderen in den Jünglingsjahren, die anderen in der Vollreife des Greisenalters. Ihre Geburt fiel also keineswegs in dieselbe Zeit, der Tod aber traf doch zugleich ein.

Wenn ferner die Sterne die Ursachen der Geburt wären, weshalb wird dann bei den Indern nicht auch einmal ein weißer geboren, warum (sieht man) nicht in einem andern Land eine solche Erscheinung? Ist dorthin [S. 106] allein der weißmachende Stern nicht gekommen und in die andern Länder kein schwarzmachender? Warum sind auch die Zähne des Inders so weiß?

1: Vgl. Langlois I. c. I S. 87 über die Einflüsse der Begegnungen des Merkur mit Venus nach Pseudobardesanes, auch bei Schmid S. 120.

 

 

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Inhaltsverzeichnis
Allgemeine Einleitung. Die patrologische Literatur der Armenier Eznik von Kolb, Wider die Irrlehren
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger