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Armenische Väter - Wider die Irrlehren (De Deo)
Erstes Buch: Widerlegung der Irrlehre der Heiden.

18.

Wenn die Feinde der Wahrheit dieses hören, so rüsten sie sich jedoch nur mit verschiedenen Waffen gegen die sichere Erkenntnis. Die einen sagen, es sei nicht möglich, daß ein Körperwesen unsterblich sei 1, die andern sagen, es sei notwendig, daß das Unbeständige sterbe, weil der Leib nicht lange Zeit mit der Seele verbunden bleiben könne.

Allein die ersteren widerlegt Elias und Henoch, welche bis heute am Leben geblieben sind, und die anderen die gemeinsame Auferstehung aller. Denn wenn jetzt die Leiber wegen ihrer Unbeständigkeit sterben würden, dann würden sie aus demselben Grunde auch in der Auferstehung nicht in der Verbindung mit der Seele ausdauern. Damit offenbaren jene, daß sie auch die Auferstehung des Fleisches selbst in Abrede stellen wollen, während die heiligen Schriften und die Natur der Geschöpfe unaufhörlich für die Auferstehung der Verstorbenen Zeugnis ablegen.

Doch, sagen sie, wenn der Leib nicht sterblich gewesen wäre, wie hätte es geschehen können, daß er wegen einer geringfügigen Übertretung dem Tode verfiel und daß der Schöpfer nicht Mitleid mit ihm fühlte und ihm den Fehltritt verzieh.

Daß der Schöpfer versöhnlich und barmherzig ist, das ist allen bekannt; insbesondere daher, daß nach der Sünde des Menschen der Unkörperliche, wie körperlich, mit hörbarem Tritt in den Garten herabstieg und mit milder, weicher Stimme zum Sünder sprach: „Wo bist du, Adam?“ auf daß er ihn nicht mit Angst erfülle und ihm den Gedanken an die Buße nähme. Und da der Sündige nicht Zerknirschung zeigte, so verfiel er mit Recht der Strafe des Todes. Dafür spricht auch der weitere [S. 62] Grund. Er hatte zuvor von seinem Schöpfer die Warnung erhalten, daß er an dem Tage, an welchem er von der Frucht des Baumes essen würde, sterben müsse; hernach war der Feind gekommen und hatte (zu ihm) gesagt: Du wirst nicht sterben, sondern du wirst wie Gott sein. Wessen Wort sollte nun Bestand haben? Das dessen, welches ihn zuvor warnte und durch den Gehorsam gegen das Gebot unsterblich erhalten wollte, oder das des andern, der ihn durch Täuschung sterblich zu machen bemüht war?

Ja, wenn Gott nach der Übertretung seines Gebotes den Menschen nicht der Sterblichkeit hätte verfallen lassen, dann würde der Mensch stets dem Teufel und nicht mehr Gott geglaubt haben; denn dieser sagte, wenn du von der Frucht issest, wirst du sterben, und jener sagte, wenn du issest, wirst du nicht sterben, sondern sein wie Gott. Also schickte der Schöpfer der Natur über die Natur des Menschen den Tod, damit sein Wort bestehen bleibe und der böse Ratgeber in seiner Schuld bloßgestellt werde, so zwar, daß der Mensch aus diesen beiden Gründen dem Tod zeitweilig verfiel, aber Gott ihn doch nach seiner Macht zum zweitenmal zum Leben erweckte und ihn in der Ewigkeit ohne Ende lebendig und unsterblich erhalten wird. Und derjenige, welcher die Engel und die Seelen der Menschen aus Nichts erschaffen hat und in Leben und Unsterblichkeit bewahrt, er konnte auch den Leib unsterblich erhalten, wenn nicht der erste Mensch den Befehl Gottes mißachtet hätte.

1: Vgl. hiezu Hippolytus, vgl. Schmid S. 9==S. 63.

 

 

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Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Allgemeine Einleitung. Die patrologische Literatur der Armenier Eznik von Kolb, Wider die Irrlehren
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger