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Armenische Väter - Wider die Irrlehren (De Deo)
Erstes Buch: Widerlegung der Irrlehre der Heiden.

17.

Wenn sie aber die Meinung hegen, daß Leiden und Krankheiten, der vorzeitige Tod und der Tod überhaupt von einem bösen Schöpfer stammten, so würden [S. 60] wir, wenn sie an die göttlichen Gesetze glaubten, aus den Gesetzen sofort Antwort geben. Da sie aber die Ansicht haben, daß diese Mißverhältnisse von einem bösen Schöpfer herrühren, so wollen auch wir sie fragen: wer ist stärker als der andere, der Schöpfer des Guten oder der des Bösen?

Sagen sie, daß der Schöpfer des Guten mächtiger sei, dann lügen sie. Denn wenn er ein Mächtigerer wäre als der Schöpfer des Bösen, dann würde er demselben nicht gestatten, Schädigungen über seine Geschöpfe zu bringen. Ja, er dürfte ihm nicht einmal eine Stelle in seinem Bereiche einräumen. Denn wenn er ein Mächtigerer wäre, so würde er zuerst seinen Bereich von ihm getrennt haben und hernach gemäß seiner Kraft Geschöpfe hervorbringen.

Sie werden also darüber Aufklärung geben müssen: War der Gute imstande, von seinen guten Geschöpfen ihn (den Bösen) fernzuhalten, oder war er dazu nicht imstande? Wenn sie sagen, er war imstande, so sollen sie hören: Wenn er imstande war, das Böse fernzuhalten und es nicht fernhielt, so ist er selber Ursache des Unheils. Und wenn er nicht imstande war, das Böse fernzuhalten, so ergibt sich daraus, daß der Böse, welcher gewaltsam die guten Geschöpfe desselben bedrängt und vernichtet, stärker ist als er. Auch das ist falsch, was sie weiterhin sagen, daß am Ende der Gute über ihn siegt. Denn wer im Beginn nicht obsiegen kann, der kann offenbar auch am Ende nicht siegen.

Wir können nun andererseits für Leiden und Tod viele Ursachen in richtiger Darlegung vorführen. Zunächst die Tatsache, daß der Mensch den Leiden und dem Tode verfiel, als er das Gebot Gottes übertrat. Denn er sprach zum Weibe: „Mit Schmerzen und Trübsal sollst du deine Kinder gebären“, und zum Manne: „Mit Arbeit und im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du wieder zur Erde zurückkehrst, von der du genommen bist. Denn du warst Staub und zum Staub wirst du zurückkehren.“ (Genesis 3, 16. 19) Daraus geht hervor, daß der Lebensspender den Menschen, wenn er dem Gebote treu geblieben wäre, lebend erhalten hätte, obgleich seine [S. 61] Natur als körperlich dem Leiden und dem Tod unterworfen zu erachten war. Wer die Macht hatte, die Seele des Menschen aus nichts zu erschaffen und sie ewig lebend und unsterblich erhält, der war auch imstande, den Leib, den er aus Erde gebildet hatte, im Leben zu erhalten.

 

 

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Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Allgemeine Einleitung. Die patrologische Literatur der Armenier Eznik von Kolb, Wider die Irrlehren
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger