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Armenische Väter - Wider die Irrlehren (De Deo)
Erstes Buch: Widerlegung der Irrlehre der Heiden.

13.

Da ihr nun, so sagen sie, Gott nicht als den Urheber des Bösen bezeichnen wollt, sondern erklärt, daß es unter Eingebung des Satans von den Menschen gewirkt werde, indem sie ihm folgen und von ihm sich betrügen lassen, wofür sie mit Recht ihre Strafe erleiden, da sie das Böse hätten ausscheiden und entfernen können, aber nicht wollten, so werden wir nun in betreff des Satans selbst die Frage stellen: Hat ihn etwa Gott so gemacht, wenn er nicht von selbst so beschaffen war, und hat er zugestimmt zum Übergang ins Böse.

Wenn ihn Gott so gemacht hätte, so hätte er keine Strafe über ihn verhängen dürfen, denn er hat die Ordnung der Natur, in der ihn Gott erschaffen hat, bewahrt. Und was immer jemand ohne seinen Willen getan hat, dafür darf man ihn nicht bestrafen, sondern mit Recht wird nur derjenige bestraft, in dessen Willen es gestellt war, etwas zu tun, und der so eine schlechte Tat begangen hat. Denn er blieb nicht bei dem, was Gottes Wille ist. Wenn er also (der Satan) von Gott gut erschaffen wurde und er selbst von sich aus seinen Willen dem Bösen zuwandte und sich vom Guten abkehrte 1, dann verfiel er mit Recht der Bestrafung für sein Unterfangen. Denn wir wissen, daß der Satan nicht von Gott zum Satan gemacht wurde. Denn den Namen Satan empfing er als seinen Namen von der Verführung. Denn der Name Satan heißt in der hebräischen und syrischen Sprache soviel als Verführer (Widersacher) 2. Und er wurde allerdings als eine Kraft, die das Gute kennt, von Gott geschaffen und aus [S. 51] Feindseligkeit gegen den Menschen wurde er aus eigenem Willen zum Teufel (Beschuldiger). Er entzog sich der Untertänigkeit gegen Gott und begann ungehorsam zu werden und die Menschen zur Widersetzlichkeit gegen die Befehle Gottes zu verleiten, und wie ein Abtrünniger sagte er sich los und fiel von Gott ab. Es gibt für diese Aussage das göttliche Wort Zeugnis, welches ihn einen abgefallenen Drachen nennt; „durch seinen Befehl tötete er den abgefallenen Drachen 3“. Und wahrlich, das Wort Gottes tötete den Satan dadurch, daß es die Macht gab, ihn mit Füßen zu treten. Also einen Abtrünnigen nennt ihn die Schrift. Wenn er so geblieben wäre, wie Gott ihn geschaffen hat, dann würde sie ihn nicht abtrünnig nennen. Denn wenn jemand abtrünnig wird, so verläßt er seine Ordnung. Dadurch zeigt er auch, daß er nicht unerschaffen ist. Denn wenn er unerschaffen wäre, so würde er nicht von seiner Natur abgekommen sein, denn es kann keine Natur ohne ihren Willen bald gut, bald böse sein.

1: Anklang an Aitillâha s. a. a. O.
2: Vgl. Hatschachapatum XX. Rede S. 29; Schmid S. 233.
3: Vgl. Offenb. 12, 7-9. Is. 24, 1.

 

 

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Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Allgemeine Einleitung. Die patrologische Literatur der Armenier Eznik von Kolb, Wider die Irrlehren
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
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