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Armenische Väter - Beschreibung des Lebens und Sterbens des hl. Lehrers Mesrop

9. Die Rückkehr Mesrops mit der Schrift nach Armenien.

Und als der Erwählte in die Nähe der königlichen Stadt kam, wurde dem König und dem heiligen Bischof Kunde. Diese nahmen die ganze Menge der fürstlichen Hofleute und gingen aus der Stadt dem Seligen entgegen und trafen ihn am Ufer des Flusses Rhah1 . Nachdem sie einander mit liebevollem Gruß begrüßt hatten, kehrten sie von da unter Freudenrufen und geistlichen Gesängen und hohen Lobeserhebungen in die Stadt zurück und begingen die festlichen Tage mit Freuden.

Darauf erhielt er alsbald Befehl vom Könige, den Anfang zu machen mit den barbarischen Gegenden der Marier, welche nicht allein wegen der dämonischen, teuflischen Monstrosität der Sitten, sondern auch wegen der ungelenken und harten Sprache schwer zugänglich waren. Um deren seit vielen Jahren geborene Kinder zuzubereiten, nahm er mit klarer Aussprache begabte Redekundige, und als sie geübt waren, machten sie diese zu Kindern der von Gott gegebenen Weisheit. So führte er sie ein in die Verhältnisse der Rechtsgebote derselben, daß er sie ganz aus ihren eingeborenen Gewohnheiten herauszureißen vermochte. Nun legte er Hand an die von Gott gewirkte Pflanzung an, die Kunst der Evangelienverkündigung, zu übersetzen, zu schreiben und zu lehren; zumal da er hinblickte auf die Hoheit der von Gott ausgesprochenen Gebote, die an den seligen Moses ergangen sind, über alle gewordenen Dinge zur Verherrlichung der göttlichen Worte verkündigt, zu schreiben zur Bewahrung für die Zeiträume, die kommen werden. In ähnlicher Weise ist auch anderen Propheten der Auftrag zugekommen; „Nimm", so sprach er, „ein neues großes Papier und schreibe darauf mit der Feder des Schreibers" [Exodus 17,14, 31,27; Jes. 8,1]. Und an anderer Stelle: „Schreibe das Gesicht auf die Tafel und halte es fest in einem Buche" [Hab. 2,2]. David bezeichnet offenbar mit Bezug auf alle Völker den gottgegebenen Besitz des Gesetzes, indem er sagt: „Das soll auch für die anderen Völker geschrieben werden" [Ps. 102, 19]. Ferner: „Der Herr wird es erzählen in den Schriften der Völker" [Ps. 87, 6]. Das vollführte nach seiner Ankunft der Erlöser aller, Christus, durch seinen in Gnaden gegebenen Befehl: „Geht zu allen Völkern" [Matth. 28,19] und „Es soll das Evangelium verkündigt werden auf der ganzen Welt." Daraus schöpften auch unsere seligen Väter ihre Zuversicht und erfüllen sich mit hoffnungsvollem Eifer und zeigten sichtbar und mit vollkommenen Früchten nach dem Evangelium ihre Pflanzung.

1: Ein Nebenfluß des Achurean, der in den Araxes von Norden her einfließt.

 

 

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Inhaltsverzeichnis
Allgemeine Einleitung. Die patrologische Literatur der Armenier Eznik von Kolb, Wider die Irrlehren

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger